Freitag, 14. Dezember 2018

Rentenbesteuerung

Rente steigt ab 1. Juli 2013

fröhliche Senioren

Rentner, die sich über ihre Rentenanpassung freuen - so stellt sich die Bundesregierung wohl unsere Senioren vor

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 19.04.2013

Am 1. Juli 2013 wird die Rente angepasst. Das Bundeskabinett hat die entsprechende Verordnung beschlossen. Während die Rente im Osten um 3,29 Prozent angehoben wird, fällt die Anpassung im Westen niedrig aus: Um lediglich 0,25 Prozent wird die West-Rente erhöht. Das reicht noch nicht einmal zum Ausgleich der Inflation.

Grund für die geringere Erhöhung im Westen im Vergleich zu den Anpassungen im Osten ist die schwächere Lohnentwicklung in den alten Bundesländern. Maßgebend für die Höhe der Renten sind die Löhne und Gehälter sowie die Zahl der Arbeitnehmer (Nachhaltigkeitsfaktor). Denn letzendlich werden die Rentenzahlungen von den Arbeitnehmern finanziert. Die Löhne und Gehälter stiegen im Jahr 2012 im Osten um 4,32 Prozent, im Westen dagegen nur um 1,5 Prozent. Die Renten in Ost und West gleichen sich somit im Jahr 2013 stärker an.

Auswirkung auf die Rentenanpassungen hat auch die im Jahr 2010 eingeführte Rentengarantie. Die Rentengarantie sorgt dafür, dass die Renten nicht nach unten angepasst werden. Die Renten können also nur steigen bzw. im schlimmsten Fall nicht angehoben werden. Das führt allerdings dazu, dass Rentenkürzungen, die eigentlich hätten vorgenommen werden müssen, in den Folgejahren nachgeholt werden. Rentenkürzungen finden somit zwar nicht statt. Dagegen fallen Rentenerhöhungen regelmäßig niedriger aus.

Auch die Riester-Rente wirkt sich auf die Rente aus. Denn die Belastungen durch die private Altersvorsorge wird teilweise an die Rentner weitergegeben. Mit steigendem Riester-Faktor steigt die Mehrbelastung der Arbeitnehmer und das wirkt sich ungünstig auf die Rentenhöhe aus.

Insgesamt erhöhen sich die Renten nur mäßig. Wie die Tabelle unten zeigt, gleichen die Anpassungsbeträge der letzten Jahre noch nicht einmal die Inflation aus. Bei Rentnern, die weitere Einkünfte erzielen und dadurch mit Einkommensteuer belastet werden, greift auch hier die kalte Progression. Bei steigenden Einünften steigt der Steuersatz und somit die Belastung durch die Steuer. Im Ergebnis haben die Rentner jedes Jahr weniger in der Tasche. Es stellt sich die Frage, ob sich die Rentnerinnen und Rentner wirklich darüber freuen können, wie die Bundesregierung in ihrer Meldung verlauten lässt.

Entwicklung der Renten und der Verbraucherpreise seit 1998

Renten-Anpassung in %

Rentenwert pro Rentenpunkt

Preise*

Jahr

West

Ost

West

Ost

in %

1998

0,44

0,89

24,36 €

20,90 €

1,00

1999

1,34

2,79

24,69 €

21,48 €

0,60

2000

0,60

0,60

24,84 €

21,61 €

1,40

2001

1,91

2,11

25,31 €

22,06 €

2,00

2002

2,16

2,89

25,86 €

22,70 €

1,40

2003

1,04

1,19

26,13 €

22,97 €

1,10

2004

0,00

0,00

26,13 €

22,97 €

1,60

2005

0,00

0,00

26,13 €

22,97 €

1,60

2006

0,00

0,00

26,13 €

22,97 €

1,50

2007

0,54

0,54

26,27 €

23,09 €

2,30

2008

1,10

1,10

26,56 €

23,34 €

2,60

2009

2,41

3,38

27,20 €

24,13 €

0,30

2010

0,00

0,00

27,20 €

24,13 €

1,10

2011

0,99

0,99

27,47 €

24,37 €

2,10

2012

2,18

2,26

28,07 €

24,92 €

2,00

2013

0,25

3,29

28,14 €

25,74 €

-

Durchschnitt 1998 - 2012

0,98

1,25

1,51

Durchschnitt 1998 - 2013

0,94

1,38

*Anstieg der Verbraucherpreise in Prozent

Quelle: Bundesregierung, News vom 17.4.2013; Statistisches Bundesamt