Dienstag, 15. Oktober 2019

Vermietung und Verpachtung

Vorsicht bei Mietverträgen zwischen Angehörigen

Küche

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Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 11.03.2013

Mietverträge zwischen Angehörigen müssen einem Drittvergleich standhalten. Würde sich ein fremder Mieter auf den Mietvertrag nicht einlassen, kann das Finanzamt den Vertrag nicht anerkennen und das kann teuer für den Steuerpflichtigen werden.

Bei Verträgen zwischen Angehörigen schaut das Finanzamt genau hin. Steuerlich anerkannt werden solche Verträge in der Regel nur, wenn ein fremder Dritten diesen Vertrag ebenfalls eingegangen wäre.

Die genaue Prüfung eines Vertrag ist besonders dann wichtig, wenn Verluste aus der Vermietung einer Wohnung geltend gemacht werden sollen. In diesem Fall prüft das Finanzamt, ob die Vermietung überhaupt mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Wenn nicht, werden die Verluste nicht anerkannt. Die steuerliche Auswirkung ist dann in der Regel sehr hoch.

Erst kürzlich hatte der Bundesfinanzhof einen Mietvertrag zwischen Eltern und Kind beanstandet (Urteil vom 1.8.2012, Aktenzeichen IX R 18/11). Die Eltern hatten sich im Mietvertrag ein "Hintertürchen" offen gelassen. Die Kaltmiete wurde mit dem Zusatz versehen "vorbehaltlich der Anerkennung durchs Finanzamt".

Dieser handschriftliche Zusatz, der möglicherweise nur aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit dort vermerkt wurde, galt den Richtern als schwerwiegenden Mangel. Auf ein solches Offenhalten des Mietzinses wäre ein Außenstehender nicht eingegangen. In der Folge war die Vermietung an das Kind nicht anzuerkennen und die Verluste aus Vermietung und Verpachtung über mehrere Jahre nicht abzuziehen.