Donnerstag, 18. Juli 2019

Vermietung und Verpachtung

So ziehen Sie Maklerkosten bei den Vermietungseinkünften ab

Vertragsunterschrift

Unterschreiben Sie hier: Mit der Vertragsunterschrift werden auch die Gebühren für den Makler fällig

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 07.07.2013

Maklerkosten können über die Abschreibung bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden, wenn die Kosten beim Kauf einer Immobilie entstehen. Wie aber sind Maklergebühren zu berücksichtigen, wenn sie beim Verkauf der Immobilie zu zahlen sind?

Maklerkosten können sich steuerlich bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung auswirken. Es kommt allerdings genau auf den Sachverhalt an.

Werden beim Kauf einer Immobilie Maklergebühren fällig, erhöhen diese die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung. Der steuermindernde Effekt tritt also nur langsam über die Nutzungsdauer des Gebäudes ein. Der Teil der Maklergebühren, der auf den Grund und Boden entfällt, wirkt sich steuerlich nicht aus, weil Grund und Boden keiner Abnutzung wiederfährt.

Entstehen die Maklergebühren beim Verkauf einer Immobilie, können die Kosten normalerweise nicht bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden. Begründung: Die Maklergebühren dienen nicht der Erzielung von Vermietungseinkünften, sondern betreffen den privaten Vermögensbereich. Die Maklergebühren würden sich demnach nur bei der Versteuerung des Veräußerungsgeschäfts auswirken. Da man diese Besteuerung aber grundsätzlich zu vermeiden sucht und sich die Steuer durch gute Planung auch leicht vermeiden lässt, wirken sich Maklergebühren beim Verkauf steuerlich in der Regel nicht aus.

Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit, die Maklergebühren bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen. Das Finanzgericht Münster hat in seinem Urteil vom 22. Mai 2013 (Aktenzeichen 10 K 3103/10 E) den Abzug der Maklergebühren als Werbungskosten zugelassen, weil der Verkauf direkt mit der Finanzierung einer neuen Immobilie in Verbindung stand. Die Maklergebühren waren hier nicht als Nebenkosten der Veräußerung zu sehen, sondern als Geldbeschaffungskosten für das neue Vermietungsobjekt. Voraussetzung für den Abzug war allerdings, dass der Verkauf schnell erfolgen musste und deswegen die Einschaltung eines Maklers notwendig war. Im Ergebnis hatten die Maklergebühren den Charakter einer Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen einer Umschuldung.

Ob auch der Bundesfinanzhof dieser Vorgehensweise folgen wird, ist nicht gesichert. Das Finanzgericht Münster hat die Revision zugelassen. Insofern bleibt abzuwarten, ob es eine höchstrichterliche Rechtsprechung dazu geben wird und wie diese ausfällt.