Dienstag, 15. Oktober 2019

Sonstige Steuern

Snus-Tabak darf nicht in Deutschland vertrieben werden

Zigarettenpreise Europa Mai 2012

Die Besteuerung und die Verbote von Tabakwaren ist in der EU sehr willkürlich. Beispiel: Zigarettenpreise in Europa Mai 2012

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 06.07.2013

Snus darf nicht in die EU eingeführt und vertrieben werden. In der ganzen EU? Nein! In Schweden gibt es Snus zu kaufen. Aber sobald man den Tabak in die übrige EU einführt, kann der Zoll die Ware aufhalten und entweder vernichten oder zurücksenden. Hat der Zoll denn nichts Wichtigeres zu tun?

Snus ist kein Schnupftabak wie der Name vermuten lässt, sondern ähnlich wie Kautabak eine Form des Oraltabaks. Man steckt ihn unter die Ober- oder Unterlippe und wartet, dass das Nikotin vom Körper aufgenommen wird.

Obwohl hierbei mehr Nikotin in den Körper gelangt als beim Tabakrauchen, soll Snus gesundheitlich weniger bedenklich sein. Denn durch Snus werden weniger andere Giftstoffe aufgenommen und außerdem wird die Lunge nicht belastet. Trotzdem soll auch Snus krebserregend und gesundheitsschädlich sein.

Doch betrachtet man den hohen Konsum anderer Tabakwaren in der EU, stellt man sich die Frage, warum gerade Snus nicht in der EU vertrieben werden darf. Es scheint keine Mode-Droge zu sein, sondern eher von Rauchern konsumiert zu werden, die eine längere Zeit am Stück nicht rauchen dürfen, z.B. Seeleute. Laut Wikipedia wird Snus auch genutzt, um vom Rauchen wegzukommen, also vergleichbar wie Nikotinpflaster.

Noch unverständlicher wird das Snus-Verbot, wenn man bedenkt, dass der Vertrieb in Schweden erlaubt ist. Gehört denn Schweden nicht zu EU? Doch. Schweden ist der EU 1995 beigetreten. Trotzdem darf Snus dort vertrieben, aber nicht in die übrige EU verbracht werden.

Dies bekam ein Internetkäufer in Deutschland zu spüren, der ein paar Päckchen Snus im Internet bestellte. Der Zoll hielt die schwedische Post mit dem Warenwert von 72,24 Euro auf und verweigerte die Herausgabe an den Besteller. Der Käufer hatte nun die Wahl, ob die Ware vernichtet oder zurückgesandt werden sollte. Dagegen klagte der Snus-Konsument, war aber nicht erfolgreich: Das Finanzgericht Düsseldorf entschied am 15.5.2013, dass der Zoll die Überlassung des Tabaks verweigern dürfe (Aktenzeichen 4 K 2021/12 VTa).

Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass der EU laut EU-Kommission 10 Milliarden Euro jährlich an Steuern und Zölle durch Tabakschmuggel verloren gehen würde. Da stellt man sich die Frage, ob der Zoll nichts Wichtigeres zu tun hat.

Weitere Informationen zu Snus finden Sie auf Wikipedia.