Mittwoch, 19. Juni 2019

Zinsen und Zuschläge

Keine Angst vor Zwangsgeld

Festnahme

Zwangshaft statt Zwangsgeld? Das kann passieren, lässt sich aber einfach verhindern.

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 22.07.2013

Mit Zwangsgeld versucht das Finanzamt, Steuerpflichtige dazu zu bewegen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Zwangsgeld wird beispielsweise festgesetzt, wenn die Steuererklärung nicht eingereicht wird. Lesen Sie unsere drei wichtigsten Hinweise, was Sie beim Zwangsgeld auf jeden Fall beachten sollten.

Ein Schreiben mit Androhung von Zwangsgeld sieht bedrohlich aus. Spätestens wenn der Steuerpflichtige über den Hinweis stolpert, dass nicht einbringliches Zwangsgeld in Zwangshaft umgewandelt werden kann, tritt Nervosität ein. Das ist natürlich vom Finanzamt so beabsichtigt.

Die Reaktion des Steuerpflichtigen ist auch im Grunde richtig. Wenn das Finanzamt Zwangsgeld androht oder sogar festsetzt, sollte man aktiv werden und die Anfrage des Finanzbeamten beantworten oder die Steuererklärung einreichen. Damit ist es aber nicht getan. Es gibt einige Hinweise, die Steuerpflichtige in Verbindung mit Zwangsgeld wissen und beachten sollten. Ansonsten kann es unnötig teuer werden.

1. Zahlen Sie niemals Zwangsgeld

Machen Sie nicht den Fehler und zahlen Sie das Zwangsgeld. Wenn Sie das Zwangsgeld zahlen, ist es verloren und Sie sind nicht einen Schritt weiter. Denn wenn Sie dem Finanzamt nicht Folge leisten und der eigentlichen Forderung entsprechen, wird das Finanzamt ein weiteres Zwangsgeld festsetzen und auch vollstrecken.

Wenn Sie das Zwangsgeld bezahlen gewinnen Sie vielleicht ein wenig Zeit, aber zu einem hohen Preis.

2. Entsprechen Sie der Forderung des Finanzamts

Wenn Sie der Forderung des Finanzamts entsprechen, muss das Zwangsgeld aufgehoben werden. Sobald der Grund für das Zwangsgeld entfällt, entfällt auch die Festsetzung von Zwangsgeld. Das kann auch dann gelten, wenn Sie der Forderung nicht vollständig entsprechen. Es kann daher günstiger sein, eine unvollständige Steuererklärung einzureichen als das Zwangsgeld hinauszuzögern, um vollständige Angaben machen zu können.

Aber Vorsicht: Es hängt vom Einzelfall ab. Mit Einreichen des Mantelbogens stellt man das Finanzamt nicht zufrieden. Wenn aber nur ein paar Angaben in der Steuererklärung fehlen und zeitnah nachgereicht werden, ist dies in der Regel unschädlich.

3. Wenn Sie der Forderung des Finanzamts nicht nachkommen können,

dann sprechen Sie mit Ihrem Finanzbeamten und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung. Wenn Sie nicht auf eine Zwangsgeldfestsetzung reagieren, bleibt dem Finanzamt nichts anderes übrig, als dieses zu vollstrecken und weitere Maßnahmen einzuleiten. Wenn man aber gute Gründe vorbringt, lässt sich in der Regel Schlimmeres verhindern.