Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige private Ausgaben

Tipp: Schulgeld steuerlich geltend machen

Schulgebäude in den USA

Eine High School in den USA

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 06.08.2013

Im August beginnt für viele Kinder der Ernst des Lebens. Und für die Eltern steigen mit Beginn der Schule auch die Kosten. Nicht nur der Urlaub wird teurer, weil man sich nach den Schulferien richten muss. Auch die Schule selbst ist oftmals sehr kostspielig.

Die gute Nachricht zu Beginn: Schulgebühren können als Sonderausgaben abgezogen werden. Abziehbar sind 30 Prozent des Schulgeldes, höchstens jedoch 5.000 Euro pro Kind. Der Höchstbetrag wird zeitanteilig gekürzt, wenn der Anspruch auf Kindergeld nicht das ganze Jahr bestand.

Wichtig: Der Höchstbetrag gilt pro Elternpaar. Werden die Eltern getrennt bzw. einzeln veranlagt, müssen sich die Eltern absprechen, wer wie viel des Höchstbetrages abziehen können soll. Andernfalls erhält jeder Elternteil automatisch nur den halben Höchstbetrag, unabhängig davon, wer die Kosten trägt. 

Beispiel: Herr und Frau Schmidt sind geschieden. Für ihre Tochter zahlt Frau Schmidt jährlich 15.000 Euro Schulgeld. Wenn sich die Eheleute nicht einigen, darf Frau Schmidt nur 2.500 Euro Schulgeld als Sonderausgabe geltend machen. Der restliche Abzug von 2.000 Euro geht verloren und kann in der Steuererklärung von Herrn Schmidt nicht geltend gemacht werden, da er keine Kosten getragen hat.

Welche Kosten können abgezogen werden?

Abziehbar sind die Kosten für den normalen Schulbetrieb, z.B. Lehrergehälter und Unterrichtsräume. Unerheblich ist, ob die Zahlungen über einen Förderverein an die Schule weitergeleitet werden.

Nicht abziehbar sind Aufwendungen für die Betreuung oder Verpflegung des Kindes. Auch Schuluniformen oder andere Schulkleidung oder Arbeitsmaterial, z.B. Schulbücher, können nicht abgezogen werden.

Welche Schulen kommen in Betracht?

Die Schule muss überwiegend privat finanziert werden. Weiterhin muss die Schule innerhalb der EU/EWR-Staaten belegen sein. Der Bundesfinanzhof stellte kürzlich noch einmal klar, dass Zahlungen an eine in den USA belegenen Schule nicht als Sonderausgaben abgezogen werden können (BFH-Beschluss vom 13.6.2013, Aktenzeichen X B 232/12).

Weiterhin muss die Schule zu einem Abschluss führen oder darauf vorbereiten, der einem inländischen Abschluss gleichwertig ist.

Welche weiteren Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Abziehen können Sie Schulgeld als Sonderausgabe nur dann, wenn Sie Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag für das Kind erhalten.