Montag, 20. Mai 2019

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Steuerberatungskosten für strafbefreiende Erklärung nicht abziehbar

Statistik zur strafbefreienden Erklärung

Statistik zur strafbefreienden Erklärung: Erwartet wurden Einnahmen in Höhe von 5 Mrd. Euro. Tatsächlich wurden nur 1,4 Mrd. Euro eingenommen.

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 27.03.2013

Mit einer strafbefreienden Erklärung konnten sich Steuersünder zeitweise vor einer Strafe retten. Nebenbei sparten sie Steuern, weil die nacherklärten Einkünfte niedriger besteuert wurden. Der Abzug der zugehörigen Steuerberatungskosten als Sonderausgaben oder Werbungskosten wurde jetzt aber vom Bundesfinanzhof abgelehnt.

Steuerhinterzieher werden vom Staat auch gerne mal mit Samthandschuhen angefasst: Vom 1. Januar 2004 bis 31. März 2005 hatten Steuersünder die Möglichkeit, eine strafbefreiende Erklärung einzureichen. Der Grund: Zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von fünf Milliarden Euro sollten die Staatskasse aufbessern.

Mit der strafbefreienden Erklärung entfiel eine Bestrafung des Täters. Zur Belohnung für den plötzlichen Gesinnungswandel wurden die nacherklärten Einkünfte zusätzlich geringer besteuert. Ein ehrlicher Steuerzahler hatte bei gleichen Einkünften höhere Steuern gezahlt.

Einem Steuerpflichtigen genügte dieses Entgegenkommen aber nicht. Er versuchte, die durch die Erklärung entstandenen Steuerberatungskosten in Höhe von 11.600 Euro als Sonderausgaben bzw. als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abzuziehen. Das Finanzamt lehnte den Abzug der Kosten ab. Finanzgericht und Bundesfinanzhof folgten dem Finanzamt. Eine weitere Minderung der ohnehin schon niedrigeren Steuer auf die nacherklärten Einkünfte ist demnach ausgeschlossen. Für den ehrlichen Steuerzahler ist das wahrscheinlich nur ein schwacher Trost.