Dienstag, 15. Oktober 2019

Sonstige private Ausgaben

Steuerberatungskosten als Sonderausgaben: Einsprüche werden zurückgewiesen

Steuerberaterin am Schreibtisch

Steuerberaterin bei der Arbeit: Die Kosten können Sie weiterhin abziehen, wenn sie einer Einkunftsart zuzuordnen sind.

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 08.04.2013

Seit 2006 können Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgaben abgezogen werden. Der Bundesfinanzhof hat in drei Urteilen bestätigt, dass diese Regelung verfassungsgemäß ist. Die obersten Finanzbehörden der Länder haben nun eine Allgemeinverfügung erlassen, alle offenen Fälle zurückzuweisen.

Der Abzug der Steuerberatungskosten als Sonderausgaben hat für Wirbel gesorgt: 2006 wurde diese Regelung abgeschafft. Dagegen klagten mehrere Steuerpflichtige und beriefen sich auf das Grundgesetz. Die Klagen waren jedoch allesamt erfolglos.

Am 9. Januar 2013 wurde die vorerst letzte Klage zu dieser Rechtsfrage entschieden. Da keine weiteren Verfahren anhängig seien, entschieden die obersten Finanzbehörden der Länder, eine Allgemeinverfügung zu erlassen und alle offenen Fälle zurückzuweisen. Hier finden Sie die Allgemeinverfügung im Original.

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie nicht selbst gegen die Neuregelung vorgehen möchten, brauchen Sie nichts tun. Die Sache hat sich dann für Sie erledigt. Falls Sie mit der Zurückweisung Ihres Einspruchs nicht einverstanden sind, bleibt Ihnen nur der Klageweg übrig. Dieser ist aufgrund der vergangenen erfolglos verlaufenden Verfahren aber nur bedingt empfehlenswert. Die Klagefrist gegen die Allgemeinverfügung beträgt ein Jahr.

Tipp: Steuerberatungskosten können weiterhin als Betriebsausgabe oder Werbungskosten abgezogen werden, soweit die Kosten durch die entsprechende Einkunftsart veranlasst sind. Nur für private Steuerberatungskosten gibt es keinen steuerlichen Abzug mehr.