Montag, 20. Mai 2019

Sonstige private Ausgaben

Sofort-Hilfe für Hochwasseropfer

Sandsäcke

Sandsäcke sollen vor den Fluten schützen

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 11.06.2013

Hochwasseropfer sind auf sofortige Hilfe angewiesen. Bund und Länder stellen dazu kurzfristige Hilfen zur Verfügung. Unterstützung gibt es auch durch die Vergabe günstiger Darlehen durch die KfW. Auch steuerlich soll es unbürokratische finanzielle Entlastung geben, wie z.B. die Herabsetzung von Vorauszahlungen, Stundung oder Erlass von Steuern und die Bildung von steuermindernden Rücklagen.

Bund und Länder haben auf die aktuelle Flutkatastrophe reagiert und kurzfristige Hilfen und Erleichterungen angeboten. Hilfen gibt es auch von der KfW. Allerdings sind nicht alle Maßnahmen bundeseinheitlich geregelt. Die zahlreichen Unterstützungsangebote sind daher etwas unübersichtlich. Nachfolgend ein Überblick.

Finanzhilfen

Geschädigte Privathaushalte in Bayern können zur Wiederbeschaffung von lebensnotwendigem Hausrat ein Sofortgeld in Höhe von 1.500 Euro beantragen. Unternehmer und land- und forstwirtschaftliche Betriebe bis zu 50 Mitarbeitern können zur Wiederbeschaffung von Betriebsvermögen ein Sofortgeld von bis zu 5.000 Euro beantragen. In besonderen Härtefällen werden auch höhere Beträge zur Verfügung gestellt.

Sachsen zahlt an geschädigte Haushalte 400 Euro pro Erwachsenen und 250 Euro pro Kind, aber maximal 2.000 Euro.

Thüringen hat ebenfalls eine Soforthilfe in Höhe von maximal 2.000 Euro pro Familie oder Kleingewerbetreibenden in Aussicht gestellt. Pro Erwachsenenen gibt es 400 Euro, pro Kind 250 Euro. Ausgezahlt wird das Geld aber nur, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten sind und der Schaden nicht von der Versicherung übernommen wird.

Auch Sachsen-Anhalt hat Soforthilfe angekündigt, aber noch keine detaillierten Informationen veröffentlicht.

Steuerliche Erleichterungen

Alle betroffenen Bundesländer haben steuerliche Erleichterungen zugesagt. Es empfiehlt sich, sich mit der jeweiligen Finanzbehörde oder dem steuerlichen Berater in Verbindung zu setzen, um kurzfristige Maßnahmen zu besprechen.

Nachfolgend die wichtigsten Steuererleichterungen:

  • Stundung oder Herabsetzung von Vorauszahlungen
  • Stundung von fälligen Steuern
  • Verzicht bzw. Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen
  • Verzicht auf Säumniszuschläge
  • Bildung von steuerfreien Rücklagen
  • Erleichterungen bei der Abschreibung bei Ersatzbeschaffung
  • Steuerliche Berücksichtigung bei der Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung

Zugesagt wurden auch vereinfachte Nachweispflichten, z.B. für Spendenbelege.

Grundsätzlich können Sie auch einen Antrag auf Erlass von Grundsteuer oder Gewerbesteuer stellen. Wenden Sie sich dazu an Ihre Gemeinde mit einem formlosen Antrag.

Günstige Darlehen

Die KfW hat unbürokratische Hilfe bei laufenden Darlehen angekündigt. Ihre Hausbank kann einen Antrag auf Stundung von Zins und Tilgung stellen. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihre Hausbank.

Für die Beseitigung von Hochwasserschäden können Darlehen zu einem Zinssatz von 1 Prozent beantragt werden. Dies betrifft den KfW-Unternehmerkredit, den ERP-Gründerkredit, das KfW-Wohneigentumsprogramm und den Investitionskredit Kommunen.

Informationen erhalten Sie auch telefonisch wie folgt:

Hotline für gewerbliche Kreditprogramme und gewerbliche Umweltprogramme:

0800 539-90 01

Hotline für wohnwirtschaftliche Programme:

0800 539-90 02

Hotline für Infrastrukturprogramme:

0800 539-90 08

Weitere Informationen

Weitere Informationen und Antragsformulare finden Sie auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums oder der betroffenen Bundesländer:

Bund

www.bundesfinanzministerium.de

Bayern

www.stmf.bayern.de

Sachsen

www.sachsen.de

Sachsen-Anhalt

www.sachsen-anhalt.de

Thüringen

www.thueringen.de