Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige private Ausgaben

Noch schnell Steuern sparen bis zum Ende des Jahres

Zahnarztbehandlung

Mit einer Zahnarztbehandlung Steuern sparen? Das geht - wenn man die Zahlung zur richtigen Zeit tätigt.

Artikel erstellt von:  Annika Haucke
Datum: 27.11.2013

Das Jahresende naht und viele fragen sich: Habe ich eigentlich dieses Jahr geschickt gewirtschaftet? Und kann man schon für nächstes Jahr etwas tun? Lässt sich an Steuern noch etwas rausholen? Wir sagen: bestimmt! Es gibt einen bunten Strauß an Möglichkeiten, eine Menge an Steuern zu sparen. Wir verraten Ihnen die besten Tipps für den Jahreswechsel.

Machen Sie sich selbst ein Weihnachtsgeschenk und sorgen Sie für – teilweise erhebliche – Steuereinsparungen. Sie benötigen: Zeit für die Beauftragung von Handwerkern, für Gespräche mit Ihrem Chef, für den Gang zum Finanzamt und für den Abschluss von Verträgen. Und: Unsere 10 wertvollen Tipps.

Eintausend Euro Werbungskosten gibt es pauschal, wenn Sie Arbeitnehmer sind. Wenn Sie feststellen, dass Ihre bisherigen Werbungskosten knapp unter diesem Betrag liegen, denken Sie nochmal nach. Möchten Sie sowieso demnächst Ihren beruflich genutzten Computer durch einen neuen ersetzen? Oder benötigen Sie Fachliteratur? Dann sollten Sie die Anschaffung noch in dieses Jahr vorziehen. Denn wenn Sie mehr als 1.000 Euro ausgeben, sparen Sie Steuern.

Zwei verschiedene Banken? Auf einem Depot gibt es Verluste, auf dem anderen Gewinne? Dann lassen Sie sich bis zum 15. Dezember 2013 eine Verlustbescheinigung von der Bank ausstellen. Grund: In der Einkommenssteuererklärung können Sie die Verluste aus Depot 1 mit den Gewinnen aus Depot 2 verrechnen. Außerdem gilt: Wenn noch Altverluste, die bis zum 31.12.2008 angefallen sind, vorhanden sein sollten, lassen Sie sich hierüber ebenfalls eine Verlustbescheinigung ausstellen – nur noch 2013 können Sie diese nämlich mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnen.

Drei, Vier oder Fünf? Das ist hier die Frage. Ein Steuerklassenwechsel in die Lohnsteuerklasse III lohnt sich, wenn Sie verheiratet sind und wissen, dass im nächsten Jahr Arbeitslosigkeit droht oder Sie Eltern- oder Krankengeld beziehen werden. Denn: Arbeitslosen-, Eltern- und Krankengeld berechnen sich anhand Ihres Nettoeinkommens. Es kann sich sogar lohnen, wenn der Vielverdiener freiwillig die Steuerklasse V wählt und die Familie im Laufe des Jahres einen höheren Lohnsteuerabzug hat. Spätestens mit Abgabe der Einkommensteuererklärung wird eine zu hohe Lohnsteuerlast wieder ausgeglichen. In diesem Fall sollten Sie sich aber beeilen: Sie können die Lohnsteuerklasse für eine Berücksichtigung im kommenden Jahr nur noch bis zum 30. November 2013 wechseln.

Vier Wände verschönern: Wenn Sie sowieso demnächst größere Renovierungsarbeiten in Ihrem Heim durchführen lassen möchten, empfehlen wir Ihnen, noch in diesem Jahr damit anzufangen. Warum? Sollten Sie bis zum 31. Dezember 6.000 Euro für Handwerkerleistungen ausgeben, werden bis zu 20% der Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten von den Steuern abgezogen, also bis zu 1.200 Euro. Nutzen Sie die 6.000 Euro im Jahr 2013 ruhig noch voll aus.

Fünfe gerade sein lassen können Sie in einem knappen Monat – dann ist endlich Weihnachten. Ein schöner Nebeneffekt ist hier das Weihnachtsgeld, das oftmals vom Arbeitgeber gezahlt wird. Allerdings wird dieses versteuert. Angenehme Alternative: Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber zum Beispiel ein Handy oder Tablet schenken. Hierfür zahlen Sie nämlich keine Steuern – wenn Ihr Arbeitgeber die 25%ige Pauschalsteuer übernimmt. Sprechen Sie einfach mal mit Ihrem Chef.

Sechsunddreißig Euro Sonderausgabenpauschale gibt es. Diese Pauschale ist aber schnell überschritten, z.B. mit einer Spende. Wenn Sie also noch Geld an die Flutopfer in den Philippen spenden, seien Sie nicht knauserig. Bei einer Spende unter 200 Euro reicht ein Kontoauszug als Nachweis, über 200 Euro müssen Sie eine Spendenbescheinigung des Empfängers einreichen.

Sieben bis 23 Monate freiwilliger Wehrdienst ist für Sie eine Option? Dann raten wir Ihnen, das Dienstverhältnis noch vor dem 1.1.2014 zu beginnen. Ihr Steuervorteil: Wehrsoldrechtliche Leistungen, also Geld- und Sachbezüge sowie truppenärztliche Heilfürsorge, bleiben dann steuerfrei. Danach tritt eine Gesetzesänderung in Kraft.

Achtung Riester-Sparer: Wenn Sie noch dieses Jahr eine Riester- oder Rürup-Rente abschließen, erhalten Sie noch die jahresbezogene Prämie. Der Staat zahlt Riester-Abschließenden jährlich 154 Euro und wenn Kinder vorhanden sind, gibt es noch 185 Euro (vor 2008 geboren) bzw. 300 Euro (2008 oder später geboren) obendrauf. Beachten Sie aber, dass Sie den einkommensabhängigen Mindestbeitrag aufbringen müssen.

Neun aufregende Monate – und im nächsten Jahr werden Sie Mutter? Wenn dies bei Ihnen zutrifft, sollten Sie sich überlegen, Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung für 2014 schon jetzt im Voraus zu zahlen, denn das senkt die Steuerlast. Gleiches bietet sich an, wenn Sie in diesem Jahr besonders hohe Einnahmen hatten. Der diesjährige hohe Steuersatz kann so gemindert werden.

Ze(ä)hne machen oder eine medizinisch notwendige Ayurveda-Behandlung durchführen lassen? Haben Sie derartige Pläne, sollten Sie diese unter Umständen noch in diesem Jahr in Angriff nehmen. Denn die Kosten hierfür können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend machen. Außergewöhnlich sind sie deshalb, weil sie den Steuerpflichtigen härter treffen als die Mehrheit sonstiger Steuerpflichtiger, denen die Ausgaben in der Regel nicht zur Last fallen. Allerdings muss hier noch ein bestimmter Eigenbehalt abgezogen werden, der als dem Betroffenen zumutbar gilt (die "zumutbare Belastung"). Die Höhe hängt von den Einkünften, dem Familienstand und der Kinderanzahl ab. Tipp: Zur Berechnung der zumutbaren Belastung nutzen Sie einfach unseren Rechner.