Donnerstag, 18. Juli 2019

Kinder

Recht auf Kinderbetreuung und Betreuungsgeld - ab 1.8.2013

Mütter mit Kindern in der Krabbelgruppe

Mütter, die ihre Kinder selbst betreuen, können Betreuungsgeld beantragen

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 31.07.2013

Ab dem 1. August 2013 haben Eltern für ihre ein- und zweijährigen Kinder Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Und wer kein Betreuungsplatz in Anspruch nimmt, kann Betreuungsgeld beantragen. Lesen Sie, was Sie dafür tun müssen.

Arbeit und Kinder lassen sich nicht immer einfach unter einen Hut bringen. Das Unterbrechen der Karriere für Kinder scheint nicht mehr in die heutige Zeit zu passen. Aus diesem Grund möchte der Gesetzgeber insbesondere junge Eltern fördern und ein umfassendes Betreuungsangebot anbieten.

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr. Somit füllt der Gesetzgeber eine Lücke, denn im ersten Lebensjahr wird die Betreuung durch die Eltern durch das Elterngeld gefördert. Für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung haben Eltern schon seit 1996 Anspruch auf einen Kindergartenplatz.

Wird ein Betreuungsplatz nicht in Anspruch genommen, können die Eltern ein Betreuungsgeld beantragen. Die Einführung des Betreuungsgeldes erfolgt stufenweise. Ab dem 1. August 2013 beträgt das Betreuungsgeld 100 Euro monatlich für Kinder, die ab dem 1. August 2012 geboren sind. Ab 1. August 2014 wird das Betreuungsgeld auf 150 Euro monatlich erhöht. Es gilt ab dann für Kinder im 2. und 3. Lebensjahr, also für alle ein- und zweijährigen Kinder.

Im Detail betrachtet ist das Betreuungsgeld aber etwas komplizierter. Denn der Gesetzgeber hat eine Überschneidung von Eltern- und Betreuungsgeld ausgeschlossen. Betreuungsgeld gibt es daher erst im Anschluss an das Elterngeld, also grundsätzlich erst 14 Monate nach der Geburt. Der Förderzeitraum ist auf 22 Monate begrenzt. Es kann sich also eine Förderlücke ergeben, wenn der Elterngeldzeitraum früher endet, z.B. weil die Eltern zur gleichen Zeit Elterngeld erhalten. Im Vergleich zum Elterngeld ist beim Betreuungsgeld aber nicht Voraussetzung, dass die Eltern erwerbstätig sind.

Der Antrag auf Betreuungsgeld kann bereits gestellt werden. Das Auffinden und Stellen des Antrags gestaltet sich aber schwierig, denn jedes Bundesland kocht hier sein eigenes Süppchen. Einige Bundesländer, wie z.B. Berlin, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein, scheinen sehr gut aufgestellt zu sein und stellen Antrag und Informationen gut auffindbar im Internet zur Verfügung. Andere Bundesländer, wie z.B. Bremen, stellen die Informationen zur Verfügung, aber man benötigt doch einige Geduld und Nerven, um die richtige Seite aufzufinden.

Und dann gibt es noch Bundesländer, wie z.B. Brandenburg oder Hessen, die überhaupt keine Hilfe im Internet zur Verfügung zu stellen scheinen. Hier muss man die zuständige Stelle selbst herausfinden und dort vorstellig werden. Es scheint, dass einige Ämter von der "plötzlichen" Einführung des Betreuungsgeldes überrascht wurden, denn Absicht möchte man wohl kaum unterstellen. Auf jeden Fall wundert es angesichts der teilweise schlechten Informationspolitik nicht, dass in einigen Bundesländern erst wenige Anträge auf Betreuungsgeld gestellt wurden (bzw. gestellt werden konnten).

Wir haben Ihnen hier die Ämter, Kontaktmöglichkeiten und Links zu weiteren Informationen zusammengestellt.