Freitag, 23. August 2019

Haushalt und Handwerker

Vereinfachung für Minijobs im eigenen Haushalt

Mutter und Kind in der Küche

Diese Mutter benötigt Unterstützung im Hauhalt - die sie steuerlich geltend machen kann

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 06.02.2014

Eine gute steuerliche Nachricht, die wir den Linken zu verdanken haben: Haushaltsnahe Minijobs können bar bezahlt werden, ohne dass man den steuerlichen Vorteil verliert. Die dies gilt aber nicht für andere haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

Nach einer Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dr. Axel Troost besteht nun Gewissheit: Haushaltsnahe Minijobs dürfen auch bar bezahlt werden und können trotzdem steuerlich geltend gemacht werden. Da Minijobs sowieso über die Minijobzentrale gemeldet werden müssen, gilt das Barzahlungsverbot nicht. Die Bescheinigung der Minijobzentrale genügt als Nachweis.

Wenn Sie eine Person in Ihrem Haushalt beschäftigen, können Sie 20 % der Kosten steuerermäßigt geltend machen. Ist das Beschäftigungsverhältnis ein Minijob, werden aber nur höchstens 510 Euro von Ihrer Steuerlast abgezogen.

Barzahlungsverbot gilt grundsätzlich weiter

Bei einem Minijob darf das monatliche Bruttogehalt nicht über 450 Euro liegen. Zwar dürfen Sie auch dann 20% der Kosten (höchstens 4.000 Euro pro Jahr) abziehen, wenn die in Ihrem Haushalt beschäftigte Person mehr als 450 Euro erhält. Aber Achtung: Dabei handelt es sich nicht mehr um einen Minijob. Sie dürfen das Gehalt also nicht bar auszahlen. 

Das Barzahlungsverbot bleibt auch für Handwerkerleistungen bestehen. Wenn Sie Handwerker beauftragen, wie z.B. den Schornsteinfeger oder einen Klempner, der in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus Arbeiten durchführt, können Sie diese Kosten in Ihrer Steuererklärung angeben. 20% der Handwerkerkosten, höchstens jedoch 1.200 Euro pro Jahr werden steuerlich berücksichtigt. Das gilt aber nur für die Arbeitsleistung. Für Materialkosten gibt es keine steuerlichen Vergünstigungen. Bei der Rechnung muss immer klar zwischen Material und Arbeitsleistung getrennt werden. Auch die Anfahrt ist eine Arbeitsleistung und wird steuerlich berücksichtigt.

Wozu der Unterschied?

Mit dem Barzahlungsverbot möchte der Gesetzgeber die Schwarzarbeit verhindern oder zumindest eindämmen. Werden die Rechnungen bar bezahlt, können Unternehmen diese Einnahmen schneller unter den Tisch fallen lassen, ohne dass ihnen nachgewiesen werden kann, dass sie Arbeiten schwarz durchgeführt haben. Wird die Rechnung hingegen über das Konto bezahlt, hat der Unternehmer kaum eine Möglichkeit diese Einnahme vor dem Finanzamt zu verstecken.

Bei den Minijobs muss eine Meldung an die Minijobzentrale erfolgen. Damit in der Steuererklärung der Minijob steuerlich geltend gemacht werden kann, muss dieser Nachweis vorhanden sein. Dadurch ist das Barzahlungsverbot bei Minijobs nicht notwendig.