Samstag, 24. August 2019

Haushalt und Handwerker

Nach Sturm Xaver: So mindern Sie Ihre Steuer in der Steuererklärung

Hochwasser

Hochwasser

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 06.12.2013

Sturm-Tief Xaver ist immer noch im Gange – und somit steigt die Gefahr für weitere Schäden. Sollte Ihr Haus beispielsweise von umstürzenden Bäumen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, können Ihre Reparaturen und sonstigen Kosten in der Steuerklärung berücksichtigt und Steuern gemindert werden. Wir sagen Ihnen, wie Sie am besten vorgehen.

Glück im Unglück: Die Versicherung zahlt

Sollten Sie eine Hausrat- oder eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen haben, haben Sie insbesondere in Hamburg gute Karten, dass Ihre Schäden – beispielsweise ein abgedecktes Dach oder das in der Folge zerstörte Parkett im Hausinneren – übernommen werden. Denn die Übernahme hängt von der Windstärke des Sturms ab.

Erst ab Windstärke 8 gibt es eine Kostenübernahme - bei Böen von Stärke 10 bis 12 in Hamburg keine Hürde. In anderen Bundesländern könnte es anders aussehen. Wenn Sie aber keinen entsprechenden Versicherungsschutz haben, können Sie das Finanzamt an der Beseitigung der Schäden beteiligen.

Tipp: Sie sollten umgehend Fotos von den entstandenen Schäden anfertigen. Es ist für eine Übernahme durch die Versicherung unbedingt erforderlich, dass Sie die Schäden hinreichend dokumentieren. Auch dem Finanzamt gegenüber müssen Sie glaubhaft machen, dass die Schäden durch den Sturm Xaver entstanden sind und Ihnen die Versicherung keinen Ersatz zahlt. Heben Sie also die Ablehnungs-Bescheinigung der Versicherung für Ihre Einkommensteuererklärung auf.

Abzug bei Vermietung und Verpachtung

Als Vermieter können Sie die Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehen. Hier müssen Sie nicht zwischen Materialkosten und Handwerkerleistung unterscheiden. Alle Aufwendungen gehören zu den Werbungskosten.

Handwerkerleistung: Das geht immer

Nutzen Sie Ihr Haus selbst, gibt es verschiedene Möglichkeiten der steuerlichen Förderung. Haben Sie zum Beispiel einen Handwerker mit der Erneuerung einer Betonwand beauftragt, können Sie die Steuern um bis zu 20% der aufgewendeten Kosten mindern (Steuerermäßigung). Darunter fallen nicht nur die Kosten für die Arbeitsleistung, sondern auch die Maschinen- und Fahrtkosten. Nicht darunter fallen aber die Materialkosten.

Grundsätzlich können Sie Handwerkerleistungen in Höhe von bis zu 6.000 Euro im Jahr geltend machen. 20% davon können Sie direkt von der Steuer abziehen, so dass sich Ihre Steuerlast um bis zu 1.200 Euro mindert. Voraussetzung ist aber, dass die Zahlung unbar erfolgt.

Für Sturm Xaver könnte es einen Katastrophenerlass geben

Denkbar wäre auch der Abzug als außergewöhnliche Belastung. Hierbei könnten neben den Aufwendungen zur Schadensbeseitigung auch Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung abgezogen werden. Dies gilt allerdings nur, soweit die Aufwendungen die zumutbare Belastung übersteigen. Im Regelfall wird dieser vom Finanzamt aber nicht anerkannt, denn es wird erwartet, dass sich der Steuerbürger selbst versichert. Allerdings haben die Bundesländer die Möglichkeit, in besonderen Katastrophenfällen den Abzug als außergewöhnliche Belastung zuzulassen. In diesem Fall wird ein gesonderter Katastrophenerlass bekannt gegeben.

Tipp: Ob der Abzug als außergewöhnliche Belastung günstiger als die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen ist, muss im Einzelfall ermittelt werden. Machen Sie in jedem Fall eine Vergleichsberechnung, bevor Sie Ihre Steuererklärung einreichen.

Ob wegen des Sturmtiefs Xaver ein Katastrophenerlass ausgesprochen wird, ist noch unklar. Durchaus möglich wird der Katastrophenerlass in Hamburg sein – Informationen hierüber sind noch nicht bekannt.