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Freitag, 20. September 2019

Haushalt und Handwerker

Katze bespaßen lassen ist haushaltsnahe Dienstleistung

Katze Tablet

Besser ein Mensch spielt mit der Katze - die Betreuung ist dann auch haushaltsnahe Dienstleistung.

Artikel erstellt von:  Annika Haucke
Datum: 30.04.2015

Tierliebhaber aufgepasst: Wenn Sie jemanden mit der Betreuung Ihrer Katze in Ihrer Wohnung beauftragen, eine Rechnung ausstellen und das Geld überweisen, kann Ihre Einkommensteuer geringer ausfallen. Laut aktuellem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf sollen die Kosten dafür nämlich als haushaltsnahe Dienstleistung gelten.

Katzen haben ähnliche Bedürfnisse wie Menschen: Sie wollen essen, müssen auf die Toilette und sind gern in Gesellschaft. Doch müsste dann die Versorgung von Menschen in einem Haushalt nicht steuerlich genauso behandelt werden wie diejenige von Tieren? Das FG Düsseldorf sagt: Ja.

Finanzamt beruft sich auf BMF-Schreiben

Ein Ehepaar hatte ihre Mieze für einen Zeitraum von insgesamt 3 Wochen zu Hause gelassen und für deren Versorgung eine Betreuerin beauftragt, der es pro Tag 12 Euro plus Zuschläge für Benzin und Feiertage zahlte. 60 Euro machte es in der Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung geltend. Denn im Falle einer haushaltsnahen Dienstleistung können 20% des Rechnungsbetrags direkt von der Einkommensteuer abgezogen werden. Das Finanzamt berücksichtigte dies jedoch nicht. Auch den Einspruch wies es mit Verweis auf eine Beispielliste in einem BMF-Schreiben zurück, in dem Tierbetreuungskosten als nicht begünstigt eingestuft wurden.

Finanzgericht Düsseldorf sieht Katzenklo-Reinigung als haushaltsnah an

Erst das Finanzgericht Düsseldorf (Urteil vom 4. Februar 2015, Aktenzeichen 15 K 1779/14 E) hatte ein Einsehen und gewährte den Katzeneltern den Abzug. Begründung: Die Dienstleistung erfordere einen engen Zusammenhang zur Haushaltsführung und damit zur Hauswirtschaft. Üblicherweise werde sie durch Haushaltsmitglieder erledigt. Hierunter falle z.B. die Zubereitung von Essen oder die Pflege von alten Menschen. Da üblicherweise der Katzenhalter die Katzenklo-Reinigung, die Katzenfutterbereitstellung und Spielen/Schmusen mit dem Tier übernehme, müsse hier ebenfalls von der Haushaltsnähe ausgegangen werden. Auch den Abzug der Fahrtkosten neben den Arbeitskosten sah das Finanzgericht übrigens als zulässig an.

Fazit: Nicht nur das Kätzchen, sondern auch das Ehepaar dürfte nun zufrieden geschnurrt haben. Allerdings hat das Finanzamt bereits Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Als Haustierhalter sollten Sie daher in jedem Fall versuchen, die Kosten geltend zu machen und bei Ablehnung Einspruch einlegen. Solange das BFH-Urteil noch nicht da ist, empfehlen wir außerdem das Ruhen des Verfahrens zu beantragen. Angesichts des gegenteiligen BMF-Schreibens ist nicht sicher, dass es bei der Anerkennung für das Ehepaar bleibt. Denn wer zuletzt schnurrt, schnurrt bekanntlich am besten.