Mittwoch, 17. Juli 2019

Ehe und Unterhalt

Bund der Steuerzahler verteidigt Ehegattensplitting

Wahl der Zusammenveranlagung in der Einkommensteuererklärung

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 12.02.2013

Mit der Überschrift "Hände weg vom Ehegattensplitting" beteiligt sich der Bund der Steuerzahler an der öffentlichen Diskussion über die Abschaffung des Ehegattensplittings und bezieht eindeutig Stellung. Gleichzeitig fordert er die Politik zur Sachlichkeit auf. Wird der Bund der Steuerzahler seiner eigenen Forderung gerecht?

In seiner Pressemitteilung vom 8. Februar 2013 verteidigt der Bund der Steuerzahler das Ehegattensplitting und fordert die Politik zur Sachlichkeit auf. Hintergrund der Meinungsäußerung sind Stimmen aus der Opposition, das Ehegattensplitting abzuschaffen.

Das Ehegattensplitting fördert Ehepaare mit unterschiedlich hohem Einkommen. Je größer die Einkommens-Differenz zwischen den Ehepartnern ist, desto größer ist in der Regel auch der Steuervorteil. Nachteile haben die übrigen Steuerzahler, die letztendlich für diese Vergünstigung aufkommen müssen.

Es gibt auch Alternativen, die einen vollständigen Wegfall des Ehegattensplittings abmildern würden: So könnten sich beispielsweise die Unterhaltsverpflichtung eines Ehepartners dem anderen gegenüber steuermindernd auswirken. Diese Regelung existiert bereits: Auf der Anlage Unterhalt können Zahlungen an bestimmte bedürftige Personen nach § 33a des Einkommensteuergesetzes steuerlich geltend gemacht werden. 

Gründe für und gegen die Beibehaltung des Splittingverfahrens gibt es viele. Einerseits werden durch das Splittingverfahren Eheleute mit Kinder und die häusliche Erziehung gefördert. Andererseits fördert man auch Ehepartner ohne Kinder, die man vielleicht nicht unterstützen möchte. Laut Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, ist Sinn und Zweck des Ehegattensplittings, "für eine gerechte Besteuerung zwischen Ehepaaren zu sorgen". Ob der Bund der Steuerzahler aber mit diesem Bezug zur Gerechtigkeit seiner eigenen Forderung nach Sachlichkeit nachkommt, liegt wohl im Auge des Betrachters.

Die Pressemitteilung finden Sie hier.