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Montag, 18. November 2019

Umsatzsteuer

Neue Pauschbeträge für Sachentnahmen für das Jahr 2015

Backwaren

Entnahme von Brötchen durch den Bäckermeister?

Artikel erstellt von:  Annika Haucke
Datum: 16.12.2014

Wer ein Unternehmen betreibt, das Nahrungsmittel anbietet, wird üblicherweise auch das eine oder andere Mal für den privaten Gebrauch zugreifen. Damit die Besteuerung dieser Entnahmen nicht allzu kompliziert wird, hat man die Besteuerung nach pauschalen Sachbezugswerten anhand der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Werte für Nahrung eingeführt. Wie üblich erhöhen die Sachbezugswerte sich auch im Jahr 2015.

Ob der Metzgermeister seine Weihnachtsgans wohl beim Konkurrenten einkauft oder aus der eigenen Theke entnimmt? Beides wird üblich sein – im Endeffekt ist es aber auch egal. Denn versteuern muss er Sachentnahmen so oder so. Einzige Ausnahme: Er begründet nachvollziehbar, dass er nie Waren aus dem eigenen Sortiment entnimmt.

Versteuert wird allerdings nicht jedes einzelne Brötchen beim Bäcker, jede einzelne Mittagsmahlzeit im eigenen Restaurant. Vielmehr wird ein jährlicher Pauschalbetrag zugrunde gelegt, um die Steuer für Sachentnahmen für den privaten Gebrauch zu errechnen.

Die Werte basieren auf den Ermittlungen über die Aufwendungen für Essen und Trinken  in privaten Haushalten und erhöhen sich üblicherweise jedes Jahr. Für 2015 gelten demnach für die entsprechenden Zweige  die folgenden Werte:

 

Jahreswert für eine Person ohne Umsatzsteuer

Gewerbezweig

ermäßigter Steuersatz in €

voller Steuersatz in €

insgesamt in €

Bäckerei

   1.192

      402

    1.594

Fleischerei/Metzgerei

     925

      831

    1.756

Gaststätten aller Art

a) mit Abgabe von kalten Speisen

    1.166 

      978

    2.144

b) mit Abgabe von kalten und warmen Speisen

    1.608

     1.755

    3.363

Getränkeeinzelhandel

     94

     295

     389

Café und Konditorei

    1.152

     643

     1.795

Milch, Milcherzeugnisse, Fettwaren und Eier (Eh.)

     643

      67

       710

Nahrungs- und Genussmittel (Eh.)

    1.313

      750

      2.063

Obst, Gemüse, Südfrüchte und Kartoffeln (Eh.)

      295

      215

       510

Es werden immer der Wert beim ermäßigten und der beim vollen Steuersatz zusammengerechnet – egal, wie die Waren tatsächlich besteuert werden.

Füttert der Metzger seine ganze Familie mit der Weihnachtsgans durch, muss auch für die Familienangehörigen ein Pauschalsatz zugrunde gelegt werden.  Bei Kindern (bis 12) wird der halbe Wert angesetzt und nur für Kleinkinder (unter 2 Jahre) bleibt die Gans steuerfrei.

Beispiel: Metzgermeister Gutfred bringt am Weihnachtsabend eine Gans aus der eigenen Fleischerei mit nach Hause, den seine Frau für das Ehepaar und die zwei Kinder (5 und 1,5 Jahre) zubereitet.

Es ergeben sich die folgenden anzusetzenden Sachbezugswerte:

Herr Gutfred

    1.594

Frau Gutfred

    1.594

Kind 1

    797

Kind 2

    0

Gesamt

    3.985

Es sind demnach für die Familie insgesamt 3.985 Euro zugrunde zu legen. Dabei ist es egal, wenn Herr Gutfred im restlichen Jahr kaum Waren entnimmt. Eine Kürzung ist nicht vorgesehen.

Übrigens: Würde Herr Gutfred zusätzlich Backwaren in seinem Laden anbieten und würde er Christstollen entnehmen, wäre trotzdem der gleiche Wert anzusetzen. Denn bei gemischten Betrieben gilt immer der jeweils höhere Pauschbetrag.