Donnerstag, 3. Dezember 2020

Umsatzsteuer

Kroatien in der EU - Wichtiges zur Umsatzsteuer

Dubrovnik, Kroatien

Dubrovnik in Kroatien

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 02.07.2013

Willkommen in der EU, Kroatien! Mit Eintritt in die EU am 1. Juli 2013 gibt es für Kroatien auch neue Regeln zur Umsatzbesteuerung, die sich natürlich auch auf deutsche Unternehmer auswirken. Zur Vereinfachung gilt eine Übergangsfrist bis 30. September 2013. Das Wichtigste im Überblick.

Ab 1. Juli 2013 gilt für Kroatien das EU-weite gemeinsame Mehrwertsteuersystem. Das bedeutet, dass die Regeln für innergemeinschaftliche Lieferungen und Erwerbe auch für grenzüberschreitende Umsätze mit Kroatien gelten.

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Lieferung. Dies ist nicht zwingend der Tag, an dem die Ware von Kroatien nach Deutschland gelangt. Für Waren, die vor dem 1. Juli 2013 geliefert wurden, gelten noch die Regelungen für Drittlandsgebiet. Unter Umständen unterliegen solche Umsätze der Einfuhrumsatzsteuer.

Für Kroatien gilt eine Erwerbsschwelle von 77.000 HRK. Die Lieferschwelle beträgt 270.000 HRK. Maßgeblich ist der Euro-Umrechnungskurs vom 1.7.2013.

Kroatische Unternehmer können eine Umsatzsteueridentifikationsnummer (USt-ID) beantragen. Diese ist wie folgt aufgebaut: HR + 11 Ziffern, z.B. "HR12345678901". Die USt-ID können Sie kostenlos vom Bundeszentralamt für Steuern auf folgender Seite überprüfen lassen: http://evatr.bff-online.de/eVatR/. Aus technischen Gründen ist dieser Service aber noch nicht für Kroatien freigeschaltet. Sie können sich stattdessen per E-Mail (kontakt-bestaetigung@bzst.bund.de) oder telefonisch (0228 406-1222) an das Bundeszentralamt für Steuern wenden.

Für den Nachweis einer innergemeinschaftlichen Lieferung gibt es eine Übergangszeit mit Erleichterungen. Wird eine Lieferung vor dem 1. Oktober 2013 ausgeführt, muss die USt-ID noch nicht zwingend vorliegen. Der Abnehmer muss aber schriftlich erklären, dass er die USt-ID beantragt hat und die Voraussetzungen zur Erteilung einer USt-ID vorliegen. Die Aufzeichnungen müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die Erleichterung gilt allerdings nicht für den Einzelhandel.

Details und weitere Informationen finden Sie im aktuellen BMF-Schreiben vom 28. Juni 2013.