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Freitag, 23. August 2019

Sonstige betriebliche Themen

Steuervereinfachung bei Spenden für Flüchtlinge

Hände

Artikel erstellt von:  Annika Haucke
Datum: 24.09.2015

Es ist ein Thema, das viele Leute derzeit beschäftigt: die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Viele Menschen helfen – mit Lebensmitteln, Kleidung, aber vor allem auch mit Geld. Finanzielle Spenden werden unter vereinfachten Bedingungen steuerlich berücksichtigt, wie ein aktuelles BMF-Schreiben informiert.

Wer an eine gemeinnützige Organisation spendet, kann dies steuerlich geltend machen und die Spende als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung ansetzen. Hierzu braucht man normalerweise einen Zuwendungsnachweis (ehemals: Spendenbescheinigung) nach einem bestimmten Vordruck.

Das BMF hat mit Schreiben vom 22. September 2015 verschiedene Erleichterungen im Zusammenhang mit Flüchtlingsspenden klargestellt:

Erleichterungen beim Zuwendungsnachweis

Ausnahmsweise reicht für den Zuwendungsnachweis ein Bareinzahlungsbeleg, die Buchungsbestätigung der Bank oder ein PC-Ausdruck vom Online-Banking aus, wenn durch eine Hilfsorganisation für Flüchtlinge ein Sonderkonto eingerichtet wurde.  
Auch Sportvereine, Musikvereine oder andere, die eigentlich nach Ihrer Satzung die Flüchtlingshilfe nicht fördern, dürfen Spenden für Flüchtlinge sammeln. Voraussetzung: Sie rufen eine Sonderaktion aus. Zuwendungen müssen sie unter einem entsprechenden Hinweis bescheinigen.

Diese Vereine dürfen auch Geld, das sie nicht ausdrücklich für Flüchtlinge gesammelt haben, spenden. Ausnahmsweise muss hier keine Hilfsbedürftigkeit nachgewiesen werden, wie es normalerweise der Fall ist. Voraussetzung: Das Geld wird nicht für einen anderen Zweck verwendet oder gebraucht und war auch nicht dafür vorgesehen.

Privilegierung bei Selbständigen, Arbeitnehmern und bei der Schenkungsteuer

Zahlen Sie als Unternehmer eine Spende in Form von Sponsoring, können Sie diese als Betriebsausgabe von Ihren Betriebseinnahmen abziehen. Sponsoring liegt vor, wenn Sie dafür beispielsweise in der Zeitung dafür genannt werden, dass Sie die Spende zahlen.

Wenn Sie als Arbeitnehmer entscheiden, auf einen Teil Ihres Lohns zu verzichten und diesen auf ein Spendenkonto für Flüchtlinge einzahlen, fällt auf diesen Lohnanteil keine Lohnsteuer an. Voraussetzung: Der Arbeitgeber muss diesen Teil im Lohnkonto aufzeichnen oder schriftlich darauf verzichten. In der Lohnsteuerbescheinigung darf der Betrag nicht auftauchen. Wichtig: Gleichzeitig dürfen Sie als Arbeitnehmer den Betrag nicht auch noch in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Gleiches gilt übrigens auch für Aufsichtsräte.

Schenkungen an Flüchtlinge werden nicht mit der Schenkungsteuer belastet.

Fazit: Die deutschen Bürger zeigen ein beachtliches Engagement. Machen Sie auch mit! Wenn Sie spenden, können Sie nicht nur Gutes für Flüchtlinge tun. Der Staat macht es Ihnen einfach Ihre Spenden steuerlich geltend zu machen.