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Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige betriebliche Themen

Steuerliche Behandlung von Spenden für Erdbebenopfer in Nepal

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Spenden sind wichtig für den Wiederaufbau in Nepal.

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 21.05.2015

Das Erdbeben in Nepal im letzten Monat hat viel Unheil angerichtet. Viele Menschen wollen mit Geld und Gegenständen helfen. Der Staat unterstützt Spenden mit steuerlichen Vorteilen. Das BMF hat zur steuerlichen Behandlung der Unterstützungen von Opfern des Nepal-Bebens ein Schreiben veröffentlicht, nach dem bestimmte Erleichterungen gelten.

Wer bei Naturkatastrophen und Unglücksfällen Betroffene unterstützen möchte, hat viele Möglichkeiten. Sei es, dass er geschädigte Geschäftspartner mit Inventar versorgt,  dem Arbeitnehmer finanziell unter die Arme greift oder einfach über eine Hilfsorganisation einen Betrag spendet. In seinem Schreiben vom 19. Mai 2015 hat das BMF klargestellt, wie mit diesen Zuwendungen an Erdbeben-Geschädigte in Nepal, die zwischen dem 25. April und 31. Dezember 2015 geleistet werden, steuerlich umgegangen wird.

Wenn jemand an eine gemeinnützige Einrichtung, Vereine oder Körperschaften spenden möchte,…

…kann die Spende bei der Steuer berücksichtigt werden, ohne dass dafür eine Spendenquittung eingereicht werden muss. Vielmehr reicht es aus, wenn ein vereinfachter Nachweis vorliegt: Dazu zählt z.B. ein Kontoauszug, ein Ausdruck vom Online-Banking oder  eine Einzahlungsbescheinigung  auf ein Konto, wenn bar bezahlt wurde.

Weitere Vereinfachung: Man kann auch an eine Organisation spenden, die ihrer Satzung nach nicht ausdrücklich zu diesem Zweck errichtet wurde. Eigentlich ist das nämlich Voraussetzung. Im Zusammenhang mit dem Nepal-Erdbeben allerdings ist es ausreichend, dass die Einrichtung eine Sonderaktion ausruft.

Wenn der Arbeitnehmer spenden möchte,…

…indem er auf Teile seines Arbeitslohns verzichtet, kann er das entweder als Beihilfe für ein Unternehmen tun, das betroffene Arbeitnehmer beschäftigt. Oder er  kann diesen Betrag auch über eine Spendenorganisation an Betroffene weiterleiten. Folge: Dieser Betrag ist in beiden Fällen steuerfrei und nur auf den restlichen Bruttolohn muss Lohnsteuer gezahlt werden. Voraussetzung: Der Arbeitgeber muss dokumentieren, wofür das Geld verwendet wurde und der Betrag muss im Lohnkonto aufgezeichnet werden. Alternative: Der Arbeitnehmer erklärt schriftlich den Verzicht auf die Dokumentation und auch diese wird im Lohnkonto vermerkt.

Wenn Arbeitgeber spenden möchten,…

… um damit ihren vom Beben betroffenen Arbeitnehmern zu helfen, können Sie das steuerfrei tun, ohne die dafür vorgesehenen Voraussetzungen erfüllen zu müssen. Die Lohnsteuerrichtline sieht beispielsweise eigentlich das Erfordernis vor, dass zuerst der Betriebsrat gehört werden muss – im Fall von Spenden nach der Katastrophe von Nepal wird davon abgesehen.

Der Erlass erlaubt hier dem Arbeitgeber Steuerfreiheit bei einer Spende bis zu 600 Euro. Der darüberliegende Betrag ist dann steuerfrei, wenn für den Betroffenen mit Blick auf sein Einkommen und seine Familienverhältnisse ein Notfall vorliegt. Hiervon kann laut Erlass bei Erdbeben-Geschädigten in Nepal allerdings ausgegangen werden.

Wenn Unternehmer spenden möchten,…

… können sie Geschäftspartnern Gegenstände aus ihrem Betriebsvermögen überlassen. Beispielsweise können sie Maschinen spenden, wenn solche bei Ihrem Geschäftspartner durch das Beben zerstört wurden. Normalerweise wären diese Zuwendungen nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Nach dem BMF-Schreiben sind diese aber voll als Betriebsausgaben zu berücksichtigen.