Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige betriebliche Themen

Golfturnier verhindert Betriebsausgabenabzug

Golfspieler

Golfspieler auf dem Platz

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 31.08.2013

Golfspielen ist Luxus. So kann man es zumindest dem Einkommensteuergesetz entnehmen. In diesem Sinne kann ein Golfturnier mit anschließender Abendveranstaltung zwar eine Betriebsausgabe sein. Allerdings ist sie unangemessen und deswegen der Betriebsausgabenabzug abzuerkennen. Ob die Veranstaltung einem wohltätigen Zweck dient, ist bei dieser Betrachtung unerheblich.

Bei Firmenfeiern und ähnlichen Festlichkeiten mischen sich Berufliches mit Privatem. Hier stellt sich regelmäßig die Frage, wie viel privater Vorteil noch unschädlich ist, um den Betriebsausgabenabzug nicht zu gefährden. Wird es zu luxeriös, ist der Betriebsausgabenabzug oftmals schon per Gesetz zu versagen. So können beispielsweise die Aufwendungen für die Jagd oder die Fischerei sowie für ähnliche Zwecke und der damit zusammenhängenden Bewirtung nicht abgezogen werden.

In der Praxis lässt sich das aber manchmal nicht so einfach auseinander halten. In einem vor dem hessischen Finanzgericht verhandelten Fall richtete eine OHG ein Golfturnier aus, um Spenden für leukämie- und krebskranke Kinder zu sammeln. Dem Golfturnier folgte eine Abendveranstaltung - für Speis und Trank war somit gesorgt. Teilnehmer der Veranstaltung waren Geschäftspartner, aber auch aussenstehende Personen, darunter auch Prominente.

Das Finanzamt liess die Aufwendungen für die Veranstaltung nicht zum Abzug zu. Das Finanzgericht folgte dem Finanzamt mit seiner Entscheidung vom 22. Mai 2013 (Aktenzeichen 11 K 1165/12, Revision wurde eingelegt: BFH IV R 24/13). Das Finanzgericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Veranstaltung zwar betrieblich veranlasst sei. Ein Golfturnier fiele aber unter die oben genannte Regelung und sei somit ein "ähnlicher Zweck". Dabei spiele es keine Rolle, dass die Aufwendungen im Rahmen des Sponsoring entstanden seien. Denn dies spielt lediglich eine Rolle für die Frage, ob die Aufwendungen überhaupt Betriebsausgaben seien. Kurzum: Der Golfsport ist eine unangemessene Betriebsausgabe und deswegen der Abzug per Gesetz ausgeschlossen. Das schließt auch die anschließende Abendveranstaltung mit ein.

Der Fall hätte anders bewertet werden können, wenn auf das Golfturnier verzichtet worden wäre. Zwar hätte auch dann die Angemessenheit der Abendveranstaltung sowie der Freizeitwert geprüft werden müssen. Allerdings wären die Betriebsausgaben nicht automatisch per Gesetz ausgeschlossen gewesen. Es hätte somit Raum für Argumentationen und somit auch für Gestaltung bestanden.