Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige betriebliche Themen

Geschäftsführer haften bei unterlassener Überschuldungs-Prüfung

Insolvenz

Insolvenz: Als Geschäftsführer sollte man rechtzeitig auf Anzeichen einer Insolvenz achten

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 20.05.2013

Geschäftsführer haften, wenn sie die Überschuldung der Gesellschaft nicht kontrollieren und entsprechend reagieren. Die Haftung können sie auch nicht an ihren Steuerberater abwälzen, wenn dieser nur mit den allgemeinen steuerlichen Pflichten betraut war. Den Steuerberater trifft hier keine Hinweispflicht.

Steuerberater können aufatmen: Der steuerliche Berater muss seinen Mandanten nicht auf eine mögliche Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit hinweisen, wenn er nur allgemeine steuerliche Pflichten wahrgenommen hat. Insofern muss sich der Steuerberater nicht absichern. Dies entschied der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 7.3.2013 (Aktenzeichen IX ZR 64/12).

Für Geschäftsführer bedeutet dies, dass sie verstärkt auf entsprechende Signale achten und eine mögliche Überschuldung regelmäßig prüfen sollten. Der Geschäftsführer kann sich nicht auf den Steuerberater berufen, wenn dieser nicht mit der Überschuldungsprüfung betraut ist. Wenn die Prüfung nicht selbst übernommen werden kann, sollte die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch genommen werden. Dies gehört zu den Aufgaben eines Steuerberaters. Allerdings muss dieser dafür auch gesondert beauftragt werden.

Letztendlich kann der Geschäftsführer in Haftung genommen werden. Aufpassen sollten Geschäftführer daher insbesondere bei größeren Forderungen, wie z.B. bei Rückzahlungen hoher Darlehen.