Donnerstag, 6. August 2020

Sonstige betriebliche Themen

Existenzgründer aufgepasst: monatliche Umsatzsteuervoranmeldung erforderlich

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Zum 10. ist die nächste Umsatzsteuervoranmeldung fällig.

Artikel erstellt von:  Karin Winkler
Datum: 30.05.2014

Bei der Existenzgründung ist vieles zu beachten. Eine der ersten Handlungen, die ein Existenzgründer bei seinem Finanzamt vornehmen muss, ist nach den Angaben zur steuerlichen Erfassung auch die Umsatzsteuervoranmeldung – und das bereits nach einem Monat. Wir sagen Ihnen, was wichtig ist.

Wer ein Unternehmen gründet, muss sich neben der Finanzierung, der richtigen Gesellschaftsform und der Einholung von möglichen Genehmigungen bei Ämtern in jedem Fall beim Finanzamt melden. Hierzu muss er den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ausfüllen, erreichbar über www.formulare-bfinv.de unter "Formulare A-Z / Fragebogen zur steuerlichen Erfassung". Teil davon ist auch die Angabe, ob Sie die "Ist-Versteuerung" wählen möchten oder bei der "Soll-Versteuerung" - dem Regelfall - bleiben möchten.

Unser Tipp: Beantragen Sie die Ist-Versteuerung. Bei der Soll-Versteuerung ist die Umsatzsteuer mit der Rechnungsstellung fällig. Die Ist-Versteuerung hingegen ermöglicht es Ihnen, dass die Steuer erst nach der Zahlung durch den Kunden geschuldet werden muss. Vorteil: Zahlen müssen Sie erst, wenn das Geld vom Kunden da ist - Sie haben einen Liquiditätsvorteil.

Existenzgründer müssen monatlich Umsatzsteuervoranmeldung abgeben

Es gibt drei Möglichkeiten, wann und wie oft ein Unternehmer seine Umsatzsteuer melden muss (monatlich, vierteljährlich oder jährlich). Für den Existenzgründer gilt: Die Abgabe erfolgt monatlich im Jahr der Unternehmensgründung und in dem darauf folgenden Jahr. Erst nach dieser Zeit kann eine Umstellung erfolgen. Wurde im zweiten Jahr nach der Gründung nur eine Umsatzsteuer von maximal 7.500 Euro angemeldet, stellt das Finanzamt die monatliche Anmeldefrist auf eine vierteljährliche Voranmeldung um. Wurden nicht mehr als 1.000 Euro im zweiten Jahr angemeldet, sind keine Umsatzsteuervoranmeldungen mehr abzugeben. Dann genügt die jährliche Umsatzsteuererklärung. 

Authentifizierte Übermittlung ist heute Pflicht

Die Umsatzsteuervoranmeldung muss seit dem 1. Januar 2013 elektronisch authentifiziert übermittelt werden. Registrieren Sie sich dazu bei ElsterOnline. Sie erhalten eine E-Mail, in der Sie den Bestätigungslink klicken müssen. Als nächstes wird Ihnen dann Ihre Aktivierungs-ID per E-Mail und ein Aktivierungscode per Post zugesandt. Sie können nach Festlegung einer Pin nun das Zertifikat nutzen.

Es gibt es drei verschiedene Arten, zwischen denen Sie wählen können: Mit dem kostenlosen Basiszertifikat müssen Sie nur eine Datei auf Ihren PC laden. Einen höheren Sicherheitsstandard haben Sie wahlweise mit dem Sicherheitsstick oder der Signaturkarte (persönliches Zertifikat).

Unser Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen bald starten wollen, kümmern Sie sich so schnell wie möglich um das elektronische Zertifikat. Denn die Bearbeitung Ihres Antrags kann einige Tage dauern.

Rechtzeitige Abgabe wichtig

Die Umsatzsteuervoranmeldung muss bis zum 10. des Folgemonats beim Finanzamt eingehen. Nur wenn der 10. auf ein Wochenende oder einen Feiertag fällt, ist der Abgabetermin der nächste Werktag.

Für die pünktliche Anmeldung ist jeder selbst verantwortlich. Das Finanzamt fordert nicht zur Abgabe auf. Wer also zu spät kommt, den bestraft das Leben: Denn wenn keine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben wurde, kommt eine Aufforderung und die kann teuer werden. Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festsetzen, der bis zu 10 % der angemeldeten Steuer beträgt. Diese kurze Frist kann zu Problemen führen. Schließlich sind 10 Tage schneller um, als man gucken kann.

Zauberwort: Dauerfristverlängerung

Aber keine Bange. Beantragen Sie einfach eine Dauerfristverlängerung. Dann ist die Umsatzsteuervoranmeldung erst einen Monat später fällig. Sie müssen aber eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Summe der Vorauszahlungen aus dem Vorjahr leisten. Sind Sie Existenzgründer - hatten Sie also im vorigen Jahr noch keine Vorauszahlungen zu leisten - müssen Sie die erwarteten Vorauszahlungen schätzen.

Beispiel: Unternehmer Uhrmann hat 2013 Umsatzsteuervorauszahlungen von 44.000 Euro angemeldet. Die Sondervorauszahlung beträgt für ihn in 2014 44.000/11)=4.000 Euro.

Mit der Steueranmeldung ist die Zahlung auch sofort fällig. Es gilt jedoch eine Schonfrist von drei Tagen, wenn die Einzahlung per Banküberweisung erfolgt. Danach darf das Finanzamt einen Säumniszuschlag erheben. Für jeden angefangenen Monat wird dann 1 Prozent der rückständigen Steuer als Säumniszuschlag erhoben.

Empfehlung: Lassen Sie die Zahlungen am besten per Lastschrift einziehen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite. Bucht das Finanzamt zu spät ab, entstehen keine Säumniszuschläge.

Die verspätete Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung oder die unpünktliche Zahlung kann also teuer werden. Zudem versagt das Finanzamt bei einer wiederholten unpünktlichen Zahlung  die Dauerfristverlängerung. Wurde die Dauerfristverlängerung bereits gewährt und wiederholt unpünktlich abgegeben oder bezahlt, kann die Dauerfristverlängerung zurückgenommen werden. 

Umsatzsteuererklärung ebenfalls erforderlich

Zusätzlich muss eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgegeben werden. Die Erklärung erfolgt immer für das Kalenderjahr. Auch Kleinunternehmer müssen eine Umsatzsteuererklärung einreichen. Warum? Sie zahlen zwar keine Umsatzsteuer, müssen aber eine Umsatzsteuererklärung abgeben, um den Jahresumsatz zu melden. Werden die Grenzen von 17.500 Euro im Vorjahr oder 50.000 Euro im laufenden Jahr überschritten, fällt der Kleinunternehmerstatus weg.