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Donnerstag, 18. Juli 2019

Sonstige betriebliche Themen

Das Wichtigste zur Gewerbeanmeldung

Säge

Handwerker müssen ein Gewerbe anmelden.

Artikel erstellt von:  Dr. Olaf M.-T. Gebauer
Datum: 25.02.2015

Wer ein Gewerbe betreibt, hat es im Vergleich zum Freiberufler nicht ganz so leicht: Er muss ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer zahlen. Außerdem ist er bei einem Gewinn von über 50.000 Euro oder einem Umsatz von über 500.000 Euro verpflichtet eine Bilanz zu erstellen – und muss damit mehr tun als der Einnahmenüberschussrechner. Aber für wen gilt das? Und wie ist die Gewerbeanmeldung vorzunehmen? Das erfahren Sie hier.

Entweder man ist Gewerbetreibender oder man ist Freiberufler und damit Selbständiger. Als letzterer hat man Glück: Man spart sich Steuern, hat weniger Gänge zum Amt und mit dem Jahresabschluss weniger Arbeit.

Freiberuflich oder gewerblich?

Wer seine Tätigkeit eigenverantwortlich, fachlich unabhängig auf Grundlage einer besonderen beruflichen Qualifikation oder schöpferischer Begabung erbringt, ist Freiberufler. Das sind die Berufe wie Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte oder Architekten sowie sonstige selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische und unterrichtende Tätigkeiten.

Wer nicht Freiberufler und nicht Einkünfte aus einer staatlichen Lotterie oder aus sonstiger selbständiger Arbeit (z. B. Vergütungen für die Vollstreckung von Testamenten, für Vermögensverwaltung und für die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied) hat, ist gewerblich tätig. Beispiele sind Gaststätten, produzierende Gewerbe oder Handwerksbetriebe.

Die wichtigsten Punkte im Formular

Das Formular zur Gewerbeanmeldung ist nur eine Seite lang, sollte aber gewissenhaft ausgefüllt werden. Er gliedert sich in allgemeine Angaben und solche zum Betrieb. Zunächst wird die Rechtsform abgefragt und – soweit vorhanden – der Ort und die Nummer des Handelsregistereintrags.

Bei den betrieblichen Angaben wird in Feld 11 der Vertretungsberechtigte erfragt. Bei einem zulassungspflichtigen Handwerksbetrieb muss als Betriebsleiter hier der Inhaber des Meistertitels angegeben werden. Als nächstes werden die geschäftsführenden Gesellschafter (Personengesellschaften) bzw. juristischen Vertreter (Kapitalgesellschaften) sowie die Betriebsstätte und gegebenenfalls weitere Niederlassungen abgefragt.

Wichtig: Feld 15 erfordert die Beschreibung der angemeldeten Tätigkeit. Hier ist es erforderlich, alle Tätigkeiten möglichst detailliert aufzuführen. Die Tätigkeit, die dabei den Schwerpunkt bildet, ist durch Unterstreichung zu kennzeichnen.

Es folgen Fragen zu Neben- oder Haupterwerb, Betriebsart und Grund der Anmeldung. Sollte ein erlaubnispflichtiges Gewerbe angemeldet werden – z.B. Handwerk (Handwerksrolle), Reisegewerbe (Reisegewerbekarte) oder Apothekenwesen (Apothekenbetriebserlaubnis) – sind hier ebenfalls Angaben zu machen.

Wo muss die Gewerbeanmeldung abgegeben werden?

Den Antrag müssen Sie beim Gewerbeamt abgeben. Ihr zuständiges Gewerbeamt ist dasjenige des Bezirks oder der Gemeinde, in der Sie Ihr Gewerbe gründen möchten. In manchen Gemeinden kann man das sogar online machen. Ob dies bei Ihnen möglich ist, erfragen Sie bitte beim zuständigen Gewerbeamt. Die Gebühren sind je nach Ort unterschiedlich, belaufen sich aber zwischen 10 und 65 Euro.

Fazit: Die Schwierigkeit liegt in der Abgrenzung der Gewerbetätigkeit zum freien Beruf. Hier sollten Sie in Zweifelsfällen einen Steuerberater befragen. Wer diese Hürde genommen hat, wird es dann aber mit der eigentlichen Gewerbeanmeldung einfach haben.