Samstag, 6. Juni 2020

Sonstige betriebliche Themen

Ausbildungskosten: Schlechte Gestaltung eines Facharztes

Ärzte betrachten eine Röntgenaufnahme

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 20.02.2013

Bei hohen Aufwendungen lohnt es sich, den Sachverhalt vorab steuerrechtlich zu prüfen. Das musste auch ein Arzt erfahren, der die Aufwendungen für die Ausbildung seines Sohnes als Facharzt steuerlich geltend machen wollte. Vergeblich, denn der Bundesfinanzhof lehnte den Abzug ab.

Eine Ausbildung kann teuer sein. Da ist es verständlich, dass man das Finanzamt an den Aufwendungen für die Ausbildung beteiligen möchte. Grundsätzlich ist das auch möglich. Der Teufel steckt aber wie so oft im Detail.

In einem aktuellen Fall begehrte ein Arzt den Abzug der Aufwendungen für die Facharztausbildung seines Sohnes als Sonderbetriebsausgaben. Der Sohn sollte später die Praxis von seinem Vater übernehmen und dazu war die Ausbildung zum Facharzt zwingende Voraussetzung.

Der Bundesfinanzhof lehnte den Abzug aber ab (Urteil vom 6.11.2012, Aktenzeichen VIII R 49/10). Denn der Arzt konnte nicht glaubhaft machen, dass dieser Vorteil einem fremden Dritten auch gewährt worden wäre. Die Übernahme der Aufwendungen war somit der Privatsphäre des Vater zuzuordnen und nicht primär betrieblich veranlasst.

Hilfsweise versuchte der Sohn, die Aufwendungen bei sich als vorweggenommene Sonderbetriebsausgaben geltend zu machen. Dies scheiterte aber daran, dass der Sohn zum Zeitpunkt der Ausbildung noch nicht an der Arztpraxis beteiligt war.

Dieser Fall zeigt: Steuerliche Planung ist wichtig. Gerade bei hohen Aufwendungen lohnt sich eine genaue Prüfung des Sachverhalts solange man noch gestalten kann.