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Montag, 18. November 2019

Werbungskosten

So sparen Sie bis zum Ende des Jahres geschickt Steuern

Schneeschieber

Aufwendungen für den Winterdienst werden zu 20% berücksichtigt.

Artikel erstellt von:  Karin Winkler
Datum: 21.11.2014

Fehlt Ihnen auch das nötige Kleingeld für einen Wunsch, den Sie sich im nächsten Jahr erfüllen möchten? Und glauben Sie nicht an den großen Lottogewinn? Dann haben wir eine Alternative für Sie: Sorgen Sie dafür, dass die Steuern 2014 gedrückt werden. Hier sind Einsparungen von hunderten von Euro möglich. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihrem Wunsch ein Stückchen näher kommen.

Die Steuererklärung für 2014 kann Ihnen zu ungeahnten Steuereinsparungen verhelfen, wenn Sie in diesem Jahr noch geschickt wirtschaften. Indem Sie beispielsweise den Zeitplan für geplante Investitionen überdenken, können Sie eine echte Geldquelle aufdecken.

Mehr als die Pauschalen vorsehen

Arbeitnehmer können pauschal 1000 € Werbungskosten von ihren Einkünften abziehen. Werbungskosten sind solche, die durch die Arbeit entstehen, z.B. ein Laptop oder Fachliteratur, die Sie Ihre Arbeit benötigen. Die Steuern werden auf den verbleibenden Teil berechnet. Was aber, wenn man mehr als 1000 € im Jahr für die Arbeit ausgibt? Das trifft sich gut – Sie können höhere Werbungskosten geltend machen, wenn Sie die Ausgaben belegen. Tipp: Ziehen Sie die Aufwendungen in dieses Jahr vor.

Beispiel: A hat bereits 950 € Kosten, die er als Werbungskosten im Jahr 2014 geltend machen kann und will im Februar 2015 Büromaterial für 250 € anschaffen. Für 2015 sind sonst keine größeren Ausgaben geplant. A sollte das Büromaterial noch in diesem Jahr anschaffen, denn dann kann er dieses Jahr 1200 € tatsächliche Werbungskosten geltend machen und 2015 trotz voraussichtlich geringer Ausgaben trotzdem die Pauschale von 1000 € geltend machen.

Übrigens: Auch als Selbstständiger können Sie Ihre Steuerlast durch Abzug von Betriebsausgabenpauschalen senken und bei Nachweis tatsächlich höherer Ausgaben noch höhere Steuereinsparungen erreichen. Bei Journalisten beispielsweise liegt der Pauschbetrag bei 30 %, begrenzt auf 2.455 €.

Außergewöhnliche Belastungen können außergewöhnliche Steuereinsparungen bringen

Steuern sparen wegen privater Ausgaben? Klingt nach einem Widerspruch. Doch ausnahmsweise dürfen auch solche Ausgaben die Steuerlast senken, wenn sie aufgrund einer besonderen Situation zu einer außergewöhnlichen Belastung führen. Dazu gehören neben gesetzlich festgeschriebenen Fällen (z.B. Behinderten-Pauschbetrag) auch einzeln nachzuweisende Ausgaben in Situationen wie Krankheit oder Scheidung – eben solche, die im Einzelfall eine besondere, sich vom „Normalfall“ unterscheidende finanzielle Belastung auslösen. Sie müssen allerdings zwangsläufig entstanden, notwendig und angemessen sein sowie eine finanzielle Belastung darstellen. Auch hier kann es sich unter Umständen lohnen, die Ausgaben noch in diesem Jahr vorzunehmen. Allerdings müssen Sie in der Steuererklärung von den Aufwendungen die „zumutbare Belastung“ abziehen, welche von der Höhe der Einkünfte und der Anzahl der Kinder abhängt (siehe auch unser „Zumutbare Belastung-Rechner“).

Beispiel: Nach langwieriger Krankheit tritt der unverheiratete und kinderlose K (Einkünfte: 30.000 €) eine Kur an der Nordsee für 2.000 € an. Seine zumutbare Belastung beträgt 6% des Einkommens, d.h. er kann 3.000 € - (6% von 30.000 € =) 1.800 = 1.200 € als außergewöhnliche Belastung geltend machen.

Handwerker noch 2014 ins Haus holen

Wer demnächst seine Heizungsanlage erneuern lassen möchte, sollte damit nicht bis zum Ende des Winters warten. Am besten Sie bereiten dem Frieren noch in diesem Jahr ein Ende. Wenn Sie Handwerkerleistungen in Höhe von 6.000 € beauftragen, können Sie bis zu 20 % der Arbeitskosten – also bis zu 1.200 € - steuermindernd geltend machen.

Wenn noch in diesem Jahr der Winter hereinbricht, können Sie übrigens auch die Aufwendungen für den Winterdienst in der Steuererklärung angeben: Sonstige haushaltsnahe Dienstleistungen, die keine handwerklichen Arbeiten sind, können ebenfalls zu 20% abgezogen werden. Steuerermäßigungen kann es hier, wenn es sich um Beschäftigungen auf Minijobbasis handelt, bis zu maximal 510 €, ansonsten bis zu 4.000 € geben.

Beispiel: H lässt die Wohnung für 2.000 € (Lohnanteil) renovieren. Er kann von seiner Steuer 20% von 2.000 = 400 € abziehen.

Lassen Sie ihr Herz Ihrem Geldbeutel folgen

Und abschließend hätten wir noch einen besonderen Tipp für Sie: Wenn Sie in einer glücklichen Beziehung leben und sowieso mit dem Gedanken spielen zu heiraten – treten Sie noch in diesem Jahr vors Standesamt! Das bringt nicht nur privates, sondern auch finanzielles Glück. Wenn einer der Ehegatten mehr verdient als der andere, entsteht durch das Ehegattensplitting ein erheblicher Steuervorteil: Denn die Verteilung des Einkommens auf beide führt dazu, dass der Mehrverdiener nicht den im Vergleich höheren Steuersatz zahlen muss.