Dienstag, 15. Oktober 2019

Werbungskosten

Mit dem Sprachkurs im Ausland Steuern sparen

Freiheitsstatue New York

Freiheitsstatue New York

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 16.03.2013

Bei einem Fremdsprachenkurs im Ausland unterstellt das Finanzamt immer auch ein touristisches Interesse an der Reise. Ist ein privater Anteil nicht auszuschließen, können die Aufwendungen für die Reise nur teilweise steuerlich abgezogen werden. In bestimmten Fällen ist ein hältiger Abzug unbedenklich.

Den Urlaub von der Steuer abziehen und nebenbei die dortige Sprache lernen - das funktioniert so natürlich nicht. Aber: Wenn Sie einen Fremdsprachenkurs im Ausland besuchen und dieser beruflich veranlasst ist, können grundsätzlich auch die Reisekosten steuerlich geltend gemacht werden.

Voraussetzung für den Abzug ist, dass die Aufwendungen durch den Beruf veranlasst sind. Es muss ein konkreter Zusammenhang zur Berufstätigkeit bestehen. Das ist der Fall, wenn die Fremdsprache für den Beruf tatsächlich benötigt wird oder wenn sie für die künftige Karriere zwingend erforderlich ist.

Die Kursgebühren können ebenso als Werbungskosten geltend gemacht werden wie die Aufwendungen für die An- und Abreise zu den Unterrichtsstunden. Findet der Unterricht im Ausland statt, unterstellt das Finanzamt aber ein touristisches Interesse an der Reise. Denn der Kursteilnehmer hat in der Regel die Möglichkeit, den Kursort selbst zu bestimmen. Je touristischer der Kursort ist, desto größer scheint auch das private Interesse an der Reise.

Der höhere Aufwand für den Kursbesuch im Ausland kann aber begründet sein. Wenn man die landesübliche Aussprache erlernen möchte oder die Sprache im Ausland besser und schneller erlernt werden kann, können private Interessen in den Hintergrund treten. 

Ist der Auslandsaufenthalt nicht nahezu beruflich veranlasst, sind die Aufwendungen in einen privaten und beruflichen Teil aufzuteilen. Als Aufteilungsmaßstab können die beruflichen und privaten zeitlichen Anteile herangezogen werden. Doch ist diese Aufteilung nicht immer möglich. Wie ist beispielsweise die unterrichtsfreie Zeit zu werten, die man nutzt, um die Sprache in der Praxis anzuwenden?

Laut aktueller Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs können in solchen Fällen die Kosten hälftig aufgeteilt werden (Beschluss vom 9.1.2013, Aktenzeichen VI B 133/12). Doch Vorsicht: Diese Regelung ist kein Freibrief für Urlauber, die nebenbei einen Sprachkurs machen und den Urlaub von der Steuer abziehen möchten. Entscheidend sind immer die Gesamtumstände im Einzelfall.