Dienstag, 19. Februar 2019

Werbungskosten

Blitzeis-Opfer können steuerliches Trostpflaster erhalten

Schneeschieber

Es ist wieder Zeit zum Schneeschieben

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 23.01.2014

Der Winter hat Einzug gehalten und es gab schon die ersten Blechschäden. Können die Reparaturkosten steuerlich geltend gemacht werden? Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wir sagen Ihnen, welche das sind.

Müssen Sie Ihr Auto nach einem Blechschaden reparieren lassen, können Sie die Kosten eigentlich nicht steuerlich geltend machen. Aber es gibt eine Ausnahme: Passiert der Unfall auf dem Arbeitsweg oder auf einer Dienstreise, dann ist die Fahrt beruflich begründet und die Kosten können als Werbungskosten abgezogen werden. Das gilt natürlich auch dann, wenn der Unfall auf dem Rückweg von der Arbeit nach Hause passiert.

Wenn das Auto nicht repariert wird

Wird das Auto nicht repariert und stattdessen verkauft, darf der Wertverlust als Werbungskosten abgezogen werden. Muss das Fahrzeug verschrottet werden, kann der Restwert des Fahrzeuges vor dem Unfall geltend gemacht werden.

Der Restwert des Fahrzeugs ist der rechnerische (fiktive) Restbuchwert des Fahrzeuges. Der Zeitwert darf nicht als Grundlage genommen werden. Gegengerechnet werden muss immer ein fiktiver Verkaufserlös.

Zahlt eine Versicherung, der Arbeitgeber oder der Unfallgegner den Schaden, können die Reparaturkosten nicht abgezogen werden. Müssen Sie eine Selbstbeteiligung zahlen, dürfen Sie diese aber als Werbungskosten geltend machen.

Das können Sie abziehen

Vergessen Sie neben den Reparaturaufwendungen bzw. dem Wertverlust nicht die Nebenkosten, die Ihnen durch den Unfall entstehen. Dazu gehören insbesondere Anwaltskosten, angemessene Aufwendungen für einen Mietwagen oder Zinsaufwendungen.

Bleiben Sie auf dem rechten Weg!

Achtung: Der steuerliche Abzug ist in Gefahr, wenn der Unfall zwar auf dem Arbeitsweg passiert, der Weg aber zwischendurch verlassen wurde. Auch kleine Abstecher gelten als Unterbrechung mit der Folge, dass die Fahrt nicht mehr als Fahrt zur Arbeit gilt. Auch der Abstecher zum Supermarkt oder der kleine Umweg zum Kindergarten führt dazu, dass die Kosten nicht zum Abzug zugelassen werden.

Der Tankstopp

Wie sieht es aber aus, wenn der Arbeitsweg verlassen werden muss, weil der Tank leer ist? Hier kann Entwarnung gegeben werden. Der Tankstopp ist notwendig und gehört zum Arbeitsweg. Auch muss nicht zwingend die Tankstelle angefahren werden, die am dichtesten am Arbeitsweg liegt.

Wenn eine Tankstelle günstiger gelegen und der Weg nicht erheblich länger ist, kann auch diese angefahren werden. In diesem Fall liegt keine Unterbrechung des Arbeitsweges vor und der Werbungskostenabzug ist weiterhin möglich. Auch liegt keine Unterbrechung vor, wenn eine Fahrgemeinschaft besteht und Arbeitskollegen abgeholt oder nach Hause gebracht werden.