Freitag, 6. Dezember 2019

Werbungskosten

Benzin statt Diesel: Wie ein Motorschaden die Werbungskosten erhöht

Zapfpistole

Tankt man das Falsche, wird es richtig teuer

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 27.05.2013

Beim Tanken sollte man aufpassen, denn der falsche Kraftstoff kann teuer werden und einen Motorschaden verursachen. Ein Trostpflaster gibt es, wenn das Unglück auf der Fahrt zur Arbeit passiert. Denn dann können die Aufwendungen als Werbungskosten abgezogen werden.

Wechselt man öfter das Fahrzeug und steht vielleicht noch unter Streß, kann es schon mal passieren, Benzin statt Diesel zu tanken. Der Motor mag das nicht. Die Folgen: Motorschaden und Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro.

Ist dieses Unglück auf dem Weg zur Arbeit oder auf einer Dienstreise passiert, kann man aber das Finanzamt an den Kosten beteiligen. Der Motor und die Arbeitsleistung durch die Reparatur können dann als Werbungskosten abgezogen werden - zusätzlich zur Entfernungspauschale.

Hier verhält es sich wie bei einem Unfall während einer beruflichen Fahrt. Auch Unfallkosten können als Werbungskosten abgezogen werden, wenn der Anlass der Fahrt beruflich war. Auf eine Schuldzuweisung kommt es nicht an. Auch wenn der Fahrer grob fahrlässig handelt, sind die Aufwendungen abziehbar. Dies stellte noch einmal das Finanzgericht Niedersachsen mit Urteil vom 24. April 2013 dar (Aktenzeichen 9 K 218/12). Ausnahme: Bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss wäre der Abzug nicht zuzulassen. 

Empfehlung: Sichern Sie sich durch Nachweise ab. Das Finanzamt wird Ihrem Werbungskostenabzug möglicherweise nicht entsprechen und im Nachhinein sind Belege schwerer zu erhalten. Sprechen Sie zunächst mit Ihrer Versicherung, ob sie für den Schaden aufkommt und bewahren Sie die schriftliche Ablehnung auf. Denken Sie auch an einen Nachweis, dass die Falschbetankung wirklich auf einer beruflichen Fahrt passiert ist. Dies kann beispielsweise durch einen Beleg des Abschleppdienstes erfolgen. Hilfreich ist auch eine Arbeitgeberbescheinigung, die belegt, dass Sie zur gegebenen Zeit dienstlich unterwegs waren und der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt.