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Mittwoch, 19. Juni 2019

Arbeitslohn

Annehmlichkeiten für Arbeitnehmer

Zapfpistole

Ein Tankgutschein bis zu 44 Euro im Monat ist steuerfrei.

Artikel erstellt von:  Torsten Peinelt
Datum: 23.04.2015

Jeder Arbeitnehmer freut sich, wenn der Arbeitgeber ihm seine Wertschätzung ausdrückt – und wenn es nur mit einer Kleinigkeit ist. Wie genau diese Kleinigkeiten steuerlich behandelt werden, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Wir erklären, worauf es ankommt.

Arbeitslohn muss versteuert werden

Arbeitslohn muss versteuert werden. Allerdings muss Lohn nicht unbedingt Geld sein. Auch andere Vorteile können für den Arbeitnehmer „Geld wert“ sein und sind genauso steuerpflichtig. Beispiel: der betriebliche Pkw, den der Arbeitnehmer für private Fahrten nutzt. Wie die Steuer hierauf berechnet wird, lesen Sie in unserem Artikel  „Besteuerung von Firmenwagen: 1%-Regel oder Fahrtenbuch?“.

Allerdings hat der Arbeitgeber Möglichkeiten, dem Arbeitnehmer Vorteile zukommen zu lassen, die er nicht versteuern muss. Das sind Leistungen, die im Interesse des Arbeitgebers stehen und den Arbeitnehmer nicht für seine Arbeit entlohnen sollen. Dazu kann z.B. die Nutzung eines Parkplatzes oder die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen gehören. Auch Getränke oder ein Obstkorb auf dem Arbeitsplatz zählen hierzu.

Aufmerksamkeiten können steuerfrei sein

Sog. Aufmerksamkeiten sind ebenfalls steuerfrei, wenn sie „auch im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden und zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung des Arbeitnehmers führen“. Das heißt: Wenn ein besonderer persönlicher Anlass wie Geburtstag oder Silberhochzeit vorliegt, kann man dem Angestellten schon mal einen Blumenstrauß oder ein Buch überreichen, ohne dass darauf gleich Steuern anfallen.

Was darf das kosten? Bisher waren es 40 Euro, die im Blumenladen für den Strauß über den Tisch gehen durften. Seit dem 1.1.2015 sind das sogar 60 Euro. Da kann schon mal eine schöne Flasche Champagner drin sein. Und was passiert bei Überschreiten der Grenze? Bei 61 Euro müsste eigentlich der Gesamtbetrag als Arbeitslohn versteuert werden, da es sich um eine Freigrenze handelt.

Aber: Da es sich bei der zugrunde liegenden Regelung nicht um ein Gesetz, sondern um eine Verwaltungsanweisung handelt, kann es in Ausnahmefällen bei einer steuerfreien Aufmerksamkeit bleiben. Das erfordert allerdings einen Grund: Z.B., dass es sich um eine Aufmerksamkeit handelt, aber nur in einem hochpreisigen Geschäft gekauft werden konnte, da es keine Alternative gab.

Bis zu zwei Betriebsfeiern im Jahr steuerfrei

Auch Betriebsfeiern sind ein schöner Anlass für Zuwendungen an Mitarbeiter. Da kann man nicht nur eine kulinarische Freude machen und das Betriebsklima verbessern, sondern in diesem Rahmen ebenfalls mit einer Sachzuwendung eine kleine Freude machen.

Wer als Arbeitgeber nicht mehr als 2 Betriebsfeiern im Jahr veranstaltet (z.B. Sommerfest und Weihnachtsfeier), darf die Angestellten mit einem Budget von bis zu 110 Euro pro Person verwöhnen. Neu seit Jahresbeginn: Der Betrag ist – anders als bisher – ein Freibetrag und keine Freigrenze mehr. Folge: Nur auf den Betrag, der 110 Euro übersteigt, muss Lohnsteuer gezahlt werden. Ebenfalls neu: In dieses Budget fallen neben Speisen, Getränken, Süßwaren und Tabak auch Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen (wenn die Feier nicht in dem Besuch allein besteht) sowie Mietaufwendungen für Räume und Musik.

Wer dann noch einen Präsentkorb überreicht, muss sich dabei ebenfalls im Rahmen der bekannten Grenze von 60 Euro halten. Aber Vorsicht: Dieser Betrag wird in die 110 Euro mit eingerechnet. Verköstigung gibt es im Zweifel also nur noch für 50 Euro.

Außerdem gilt: Die Gesamtkosten der Betriebsveranstaltung werden durch die Anzahl der Teilnehmer – Arbeitnehmer plus Begleitpersonen - geteilt. Bringt ein Arbeitnehmer eine Begleitperson mit, müssen bei ihm für die Berechnung des steuerpflichtigen Betrags die Kosten von zwei Teilnehmern angesetzt werden.

Steuerfreie Lohnbestandteile

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, dem Arbeitnehmer etwas Gutes zu tun, ohne dafür Steuer zahlen zu müssen. So kann der der Arbeitgeber seinem Angestellten z.B. Waren- und Tankgutscheine oder auch ein Zeitungsabonnement überlassen, ohne dafür einen Cent Lohnsteuer zu zahlen. Voraussetzung: Der Wert ist nicht höher als 44 Euro im Monat. Auch die Zurverfügungstellung eines Smartphones bleibt steuerfrei, wenn der Angestellte es für die Arbeit nutzt.

Fazit: Der vom Bundesfinanzhof entwickelte Begriff der Annehmlichkeit wurde übrigens mittlerweile aufgegeben und wird gesetzlich nicht mehr verwendet. Wie Sie sehen gibt es aber reihenweise Möglichkeiten, dem Arbeitnehmer seine Anerkennung auszudrücken und dabei steuerlich auf der sicheren bzw. günstigen Seite zu sein. Arbeitgeber sollten davon hin und wieder Gebrauch machen – nicht zuletzt im Sinne eines angenehmen Arbeitsklimas.