Donnerstag, 18. Juli 2019

Arbeitslohn, Firmenwagen

Achten Sie auf ein vollständiges Fahrtenbuch

Tacho

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 08.03.2013

Die Kriterien für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch werden vom Bundesfinanzhof streng bemessen. Der Vermerk "Außendienst" mit Verweis auf ergänzende Erläuterungen reicht nicht aus. Die besuchten Personen, Firmen oder Behörden müssen im Fahrtenbuch vermerkt werden.

Ein Fahrtenbuch soll zeitnah geführt werden. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sollen ausgeschlossen werden oder als solche erkennbar sein. Entscheidend für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch ist auch die vollständige Angabe des Fahrtgrundes: Es muss erkennbar sein, wer aufgesucht worden ist und warum die Fahrt durchgeführt wurde.

Nicht ausreichend ist es, die Fahrten pauschal als "Dienstfahrt" oder "Außendienst" zu vermerken und den Fahrtgrund auf einer Anlage zu erläutern. Das Fahrtenbuch selbst muss alle Angaben vollständig enthalten.

Der Bundesfinanzhof entschied in einem solchen Fall zum Nachteil eines Arbeitnehmers (Urteil vom 13.11.2012, Aktenzeichen VI R 3/12). Dieser hatte die dienstlichen Fahrten mit "Außendienst" gekennzeichnet. Dazu verwies er auf einen Ausdruck eines vom Arbeitgeber elektronisch geführten Terminkalenders. Der Ausdruck enthielt zwar die erforderlichen Kunden- und Termindaten. Trotzdem waren die einzelnen Ausgangs- und Endpunkte der Fahrten nicht erkennbar. Das Fahrtenbuch war aber allein schon deswegen nicht ordnungsgemäß, weil die wesentlichen Angaben nicht im Fahrtenbuch selbst enthalten waren.

Tipp 1: Wenn Sie mehrere Dienstfahrten hintereinander am Stück durchführen, reicht es aus, wenn Sie die Gesamtkilometerzahl am Ende der Fahrt aufzeichnen. Sie sollten aber trotzdem darauf achten, jedes einzelne Fahrtziel und den Fahrtgrund aufzuzeichnen. Es müssen Ausgangs- und Endpunkte erkennbar sein. Ansonsten müssen Sie befürchten, dass Ihr Fahrtenbuch nicht anerkannt wird.

Tipp 2: Im vorliegenden Fall wurde der geldwerte Vorteil des Firmenwagens eines Arbeitnehmers mit der 1%-Regel versteuert. Der Arbeitnehmer führte ein Fahrtenbuch, um den tatsächlichen geldwerten Vorteil zu berechnen. Das ist grundsätzlich eine gute Idee und vorteilhaft, wenn wenige Privatfahrten durchgeführt werden. Prüfen Sie, ob diese Methode für Sie vorteilhaft ist und korrigieren Sie den geldwerten Vorteil in Ihrer Einkommensteuererklärung. Achten Sie aber bitte auch darauf, Ihr Fahrtenbuch ordentlich zu führen.