Freitag, 23. August 2019

Firmenwagen, Werbungskosten

Vorsicht bei Familienheimfahrten mit dem Dienstwagen

Autobahn

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Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 17.06.2013

Aufwendungen für Familienheimfahrten mit dem Dienstwagen können nicht als Werbungskosten abgezogen werden. Das kann dazu verleiten, auf der Anlage N absichtlich eine falsche Angabe zu machen. Doch von dieser Art von Steuertrick können wir nur abraten.

Wenn man aus beruflichen Gründen einen zweiten Wohnsitz am Arbeitsort begründet, können die Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar sein. Abziehbar sind zum Beispiel die Miete für die Zweitwohnung. Geltend machen können Sie aber auch die Aufwendungen für Familienheimfahrten an den Hauptwohnsitz.

Grundsätzlich können aber nur Werbungskosten abgezogen werden, soweit man die Kosten auch getragen hat. Trägt der Arbeitgeber die Kosten, ist der Arbeitnehmer nicht belastet und kann folglich auch keine Kosten geltend machen. Trotz dieses Grundsatzes schaffte es ein Arbeitnehmer mit seiner Klage bis vor den Bundesfinanzhof.

In diesem Fall nutzte der Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch für Familienheimfahrten an den Heimatwohnort. Der geldwerte Vorteil für die private Nutzungsmöglichkeit wurde nach der 1%-Regel besteuert. Für Familienheimfahrten wurde kein zusätzlicher geldwerter Vorteil berechnet. Der Grund: Die Besteuerung des geldwerten Vorteils für Familienheimfahrten entfällt, wenn die Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar sind. Dies war hier gegeben, so dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer richtig berechnet hatte.

Obwohl der Arbeitnehmer keine Kosten zu tragen hatte, wollte er aber trotzdem die Fahrten zum ersten Wohnsitz als Werbungskosten geltend machen. Er klagte und kam mit seiner Klage tatsächlich bis vor den Bundesfinanzhof. Das verwundert, denn das Finanzgericht Schlesig-Holstein hatte die Revision nicht zugelassen. Und bei Betrachtung des Sachverhalts erscheint eine Revision auch nicht angebracht zu sein. Schließlich musste der Bundesfinanzhof aber ein Urteil fällen und entschied zu Ungunsten des Arbeitnehmers (Urteil vom 28.2.2013, Aktenzeichen VI R 33/11).

"Findige" Steuersparer könnten daraus nun eine einfache, aber zweifelhafte Steuerumgehungsmöglichkeit konstruieren: Auf der Anlage N in der Einkommensteuererklärung können Sie angeben, ob man ein privates oder dienstliches Fahrzeug für die Fahrten zur Arbeitsstätte benutzt hat. Würde man an dieser Stelle dem Finanzamt die falsche Information geben, könnte es sein, dass das Finanzamt die Fahrten zum Heimatort zum Abzug zulässt.

Doch Vorsicht: Wenn Sie falsche Angaben in der Steuererklärung machen, kann die Steuererklärung im Nachhinein zu Ihrem Nachteil geändert werden. Weitere Sanktionen müssen Sie auf jeden Fall befürchten, wenn die Angaben in der Steuererklärung absichtlich falsch erfasst wurden. Da sich Finanzämter untereinander austauschen, ist jederzeit damit zu rechnen, dass die korrekten Informationen aufgedeckt werden. Diese simple Art des Steuerbetrugs kann also schnell nach hinten losgehen.