Mittwoch, 16. Oktober 2019

Firmenwagen

BFH bestätigt 1%-Regelung

Auto wird per Funkt geöffnet

Auto wird per Funkt geöffnet

Artikel erstellt von:  Andreas Reichert
Datum: 22.03.2013

Die 1%-Regelung ist verfassungsrechtlich unbedenklich. Das entschied der Bundesfinanzhof mit aktuellem Urteil. Firmenwagenfahrer, die befürchten mussten, künftig Fahrtenbuch zu führen, können aufatmen. Aber: Die 1%-Regelung kann auch nachteilig sein.

Die 1%-Regelung ist eine Vereinfachung für Firmenwagenfahrer: Anstatt den tatsächlichen Anteil der Privatnutzung zu ermitteln, kann dieser pauschal berechnet werden. Dadurch erspart man sich jede Menge Arbeit. Denn würde man die Fahrten exakt ermitteln wollen, müsste man ein Fahrtenbuch führen.

Doch die pauschale Berechnung hat auch einen Haken: In bestimmten Fällen wirkt sie sich sehr nachteilig für den betreffenden Firmenwagenfahrer aus. Denn die 1%-Regelung richtet sich nach dem Neupreis des Fahrzeugs: Pro Monat werden 1% des Bruttolistenpreises als Privatanteil berechnet. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden zusätzlich 0,03% des Bruttolistenpreises pro Monat und Entfernungskilometer angerechnet.

In erster Linie hängt die 1%-Regelung also vom Fahrzeugtyp ab und nicht von der Fahrleistung, dem Anteil der Privatfahrten oder dem tatsächlichen Wert des Fahrzeugs. Das musste auch ein Steuerpflichtiger erfahren, der einen Gebrauchtwagen der Oberklasse als Firmenwagen geleast bekam. Der Gebrauchtwagenpreis lag weit unterhalb des Neupreises. Im Ergebnis betrug der pauschal errechnete Privatanteil 814 Euro und überstieg damit die monatliche Leasingrate von 722,57 Euro deutlich.

Der Firmenwagenfahrer klagte und beantragte, den Wert des Gebrauchtwagens als Grundlage für die 1%-Regel heranzuziehen. Die Klage bliebt jedoch erfolglos. Der Bundesfinanzhof hält die 1%-Regelung auch in solchen extremen Fällen nicht für verfassungswidrig, denn der Steuerpflichtige hätte die tatsächlichen Kosten mittels Fahrtenbuchmethode ermitteln können. Darauf hatte der Kläger aber nicht geachtet und auf das Führen eines Fahrtenbuches verzichtet.

Empfehlung: Häufig lohnt sich die Fahrtenbuchmethode nicht bei gebrauchten Fahrzeugen. Führen Sie im Zweifel ein Fahrtenbuch. Dann können Sie sich am Ende des Jahres für die günstigere Alternative entscheiden.